30.05.2024

Zwei Ordensgemeinschaften, zwei Kontinente

Unsere Ordensprovinz erhielt in der zweiten Woche nach Ostern Besuch von weither. Dabei kam es auch zu einer Begegnung mit den Franziskanerinnen von Au am Inn.


P. Giberto Paiva im Kloster Aus am Inn

P. Gilberto Paiva (links) mit Sr. Roswitha Otter und Sr. Dominica Eisenberger in Au.

Pater Gilberto Paiva ist Redemptoristenpater in Brasilien und gehört der Ordensprovinz Sao Paulo an. Aus dieser Provinz stammt auch unser Generaloberer Rogerio Gomés. Außerdem gehört der weltberühmte Wallfahrtsort Aparecida, der von unserer Kongregation betreut wird, zur Provinz Sao Paulo.Woran heute nur mehr wenige denken: Es waren bayerische Redemptoristen, die in jener Gegend im Süden Brasiliens ihre missionarische Tätigkeit aufnahmen und damit am Ursprung der Ordensprovinz von Sao Paulo standen. Damals schrieb man das Jahr 1894. Die Anfänge waren von großem Wagemut geprägt, und der hat sich gelohnt. Heute ist Sao Paulo eine große Provinz, die mit ca. 80 Studenten keine Nachwuchsschwierigkeiten hat, und ihrerseits über die eigenen Grenzen hinaus missionarisch tätig ist.

Unser nachösterlicher brasilianischer Gast hat als Historiker die Geschichte seiner Provinz gut erforscht und einge Bücher darüber publiziert. Er war bereits während seiner römischen Studienzeit vor mehr als zwanzig Jahren in Bayern. Jetzt wollte er anlässlich eines Europa-Aufenthalts noch einmal unser Kloster Gars am Inn besuchen und danach in Maria am Gestade in Wien neue Archivrecherchen unternehmen. Dabei ging es ihm vor allem um zwei österreichische Redemptoristen, Pater Johann Feichtner und Pater Alois Hamerl, die zwischen 1922 und 1924 in Brasilien tätig wurden. Auf seiner Reise durch Bayern und Österreich wurde er teilweise von Provinzial P. Martin Leitgöb begleitet. Neben den mehrtägigen Aufenthalten in Gars und Wien kam es dabei auch zu kurzen Besuchen in Altötting und Puchheim.

Eine weitere Station war für Pater Gilberto Paiva aber ebenso wichtig und interessant. Von Gars aus besuchten er und Pater Leitgöb das nahegelegene Kloster Au am Inn. Die dortigen Franziskanerinnen haben nach wie vor Niederlassungen in Brasilien, an deren Ursprung ebenfalls die bayerischen Redemptoristen in Brasilien standen. Diese bemerkten nämlich in den ersten Jahrzehnten ihres Einsatzes den Bedarf an Ordensfrauen im neuen Missionsgebiet. So warben sie darum, dass die Auer Franziskanerinnen Schwestern nach Übersee entsandten. Auf diese Weise kommt es, dass die heutige Generaloberin von Au, Sr. Dominica Eisenberger nach wie vor nicht nur für Niederlassungen in Bayern, sondern auch in Brasilien zuständig ist. Sie und die Hausoberin von Au, Sr. Roswitha Otter, freuten sich sehr über den Überraschungsgast aus Brasilien. Es war eine Begegnung, durch welche zwei Ordensgemeinschaften und zwei Kontinente zusammengebracht wurden.


Von: CSsR-Red.