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9.07.2020

Große Klemensweckerl-Aktion

Unter dem Motto "Mut schmeckt gut" wurde in Wien eine große Aktion vorgestellt: Die traditionellen Klemensweckerl werden dieses Jahr in einer Reihe von Bäckereien verkauft und damit das mobile Kinderhospiz MOMO unterstützt.


Klemens Maria Hofbauer war, bevor er zum Apostel von Warschau und von Wien wurde, Bäckerjunge in der südmährischen Stadt Znaim. Auch in seiner Wiener Studienzeit war er noch als Bäcker tätig und fand bei seinem damaligen Arbeitgeber so viel Wertschätzung, dass dieser gerne eine seiner Töchter mit ihm verheiratet hätte. Es sollte anders kommen. Aus dem Bäckerjungen wurde ein Redemptorist und ein beliebter Seelsorger. Doch war ihm der Wert des Brotes auch später bewusst, und so hatte er viel Empathie mit den benachteiligten Menschen seiner Zeit, denen es vielfach am Nötigsten fehlte. Er war als Seelsorger, wie vielfach bezeugt, auch ein "Leibsorger".

In diesem Sinne werden seit vielen Jahren zum Festtag des heiligen Klemens v.a. in Redemptoristenkirchen Klemensweckerl gesegnet und verteilt. Dieser alte Brauch wird anlässlich des 200-Jahr-Jubiläums in Wien nun ausgeweitet. Viele Wiener Bäckereien werden das traditionelle Gebäck vom 13. März bis zum 25. April anbieten und mit einem Teil des Erlöses das mobile Kinderhospiz MOMO unterstützen. Diese Aktion, für die Bürgermeister Michael Ludwig und Kardinal Schönborn die Schirmherrschaft übernommen haben, wurde am 9. März im Haus der Wiener Bäckerinnung im Rahmen eines Schaubackens und einer Pressekonferenz vorgestellt.

Die Leiterin des Schulamtes der Erzdiözese Wien, Andrea Pinz,  bezeichnete aus diesem Anlass den heiligen Klemens als ein "Role-Model für junge Menschen", und weiter: "Schule und Religionsunterricht wollen heute ja Kindern und Jugendlichen Anleitung für ein gutes, gelingendes und sinnerfülltes Leben geben und sie zur Übernahme von gesellschaftlicher Verantwortung motivieren. Da passt Klemens". In den 800 Schulen Wiens ist deswegen der Stadtpatron in diesen Tagen im Religionsunterricht ein besonderes Thema. Außerdem wird es am 23. April für die kirchlichen Privatschulen einen großen Aktionstag mit Rätsel-Rallye durch die Wiener Innenstadt geben.

Als "sympathischen, sehr faszinierenden Menschen, der auch uns heute noch viel zu sagen hat" umschrieb P. Martin Leitgöb bei der Pressekonferenz den Wiener Stadtpatron. Zweisprachig aufgewachsen, sei der heilige Klemens ein "Europäer" gewesen, der oft Grenzen überschritt. Später sei er zum "Pfarrer von ganz Wien" geworden und habe, als Seelsorger für alle Gesellschaftsschichten, u.a. das Wallfahrtswesen erneuert und wichtige Impulse für die Armenfürsorge gesetzt. "Er war ein sehr authentischer Mensch mit Ecken und Kanten, der seine Schwächen mit Humor trug. Einer, der nie aufgegeben hat und uns als Vorbild zeigen kann, wie Christsein und auch Menschsein heute gehen kann".

Der Generalvikar der Erzdiözese Wien, Nikolaus Krasa, erzählte zahlreichen Journalisten schließlich, dass er selbst sich schon oft als Pilger auf die Spuren des heiligen Klemens gemacht habe. Er wies darauf hin, dass am 14. März ein Pilgerweg vom Geburtsort Tasswitz über Retz und Eggenburg nach Wien eröffnet werden wird. An diesem Tag wird in Klosterbruck bei Znaim auch eine große Wallfahrtsmesse mit Kardinal Schönborn, dem Brünner Bischof Cikrle und dem Redemptoristen-Generaloberen Brehl gefeiert. Ebenso lud Brehl zu den Feierlichkeiten am 15. März in Wien ein: 9.15 Uhr Prozession von Maria am Gestade zum Stephansdom, 10.15 Uhr: Festhochamt im Stephansdom. Übrigens: Auch dort werden die Klemensweckerln verteilt.


Von: Martin Leitgöb