27.11.2021

Wegweiser für das Leben - Stadtwallfahrten zur "Mutter von der Immerwährenden Hilfe"

Bericht von Pater Josef Steinle (Gars am Inn) von der monatlichen Stadtwallfahrt in Wien-Hernals. An jedem 27. des Monats findet eine Wallfahrt statt.


Lichterprozession während der Wallfahrt Foto: P. Steinle

Ikone" MUTTER VON DER IMMERWÄHRENDEN HILFE" in Hernals Foto: H. Kratochwil

Blick auf die Marienkirche vom Clemens Hofbauer-Platz aus (Foto: P. Steinle)

„Mariendom“ nennt Pater Lorenz Voith die Redemptoristenkirche (Marienpfarre) in Wien-Hernals, welche er seit 2015 leitet.  Die neugotische Kirche überragt mit ihrem Turm die Häuser der Umgebung um ein Vielfaches. Und der Pater bemüht sich, dass die Patronin, „Maria, die Mutter von der Immerwährenden Hilfe,“ weit in die Stadt und den Umkreis hineinstrahlt. 2016, beim Jubiläum des Marienbildes, das die Redemptoristen verehren, begann Pater Voith mit einer Stadtwallfahrt. Jeden 27. des Monats lädt er zu einem feierlichen Gottesdienst mit Predigt und Lichterprozession ein. Selbst Corona hinderte ihn nicht, diese Tradition fortzusetzen. Nur einmal sei die Feier ausgefallen, versichert der Pater.

Nachprimiz

Ein solcher Anlass ist mir eine Reise nach Wien wert. Diesmal ließ sich als Prediger der Neupriester Ivan Vukcevic gewinnen. Er gehört zur Diözese Eisenstadt im Burgenland, stammt aber aus Montenegro und hat unter anderem in Rom studiert. Da der Bischof in seiner Heimat zu viele Bewerber für das Priesteramt hat, konnte er den einen ruhig ziehen und sich in Eisenstadt eingliedern lassen.

Die Predigten bei den monatlichen Gottesdiensten greifen immer eine Stelle aus dem Evangelium auf, in der von Maria gesprochen wird. Ivan Vukcevic wählte Joh 19,25-27: Maria unter dem Kreuz Jesu. „Sie hat ihr Kind auf dem Weg zum Kalvarienberg, auf Golgota, leiden und sterben sehen. Sie nahm seinen Leichnam unter dem Kreuz auf und begrub ihn später,“ erläuterte er. Und erinnerte daran, dass das Leben Marias als Ganzes von „mir geschehe nach deinem Wort“ geprägt war. „Es ist von der Entschlossenheit der demütigen Annahme durchdrungen, Gottes Willen zu tun.“  Doch der Prediger gewinnt den Eindruck, dass so etwas heute kaum mehr akzeptiert wird: „Wenn wir heute von einer solchen Haltung hören, wollen wir sie überhören. Denn wer von uns stimmt wirklich mit dem überein, was Gott uns als Wegweiser für unser Leben gegeben hat?“

Seit sechs Jahren: Einladung für die Bewohner von Wien

Zu dem monatlichen Gottesdienst in der Hernalser Marienkirche sind Gläubige aus Wien und der Umgebung eingeladen. Und wer kommt? Pater Voith weiß, dass Christen aus der Pfarrei und der ganzen Stadt teilnehmen. Für alle, die nicht erscheinen können, wird die Feier auf Livestream übertragen und auf YouTube bereitgestellt. Es gebe auch Nutzer aus ganz Österreich und aus Deutschland, erklärt Pater Voith.

Es gibt etwas zu sehen, wenn die Sakristeiglocke läutet und die Priester und der liturgische Dienst in den „Mariendom“ einziehen. Neben dem Prediger und Hauptzelebranten Ivan Vukcevic sind Konzelebranten, Diakone, Ministranten, Lektoren, Kantoren dabei. Die Ikone von der „Immerwährenden Hilfe“ steht auf dem Altar. Weihrauch steigt auf und symbolisiert die Gebete der Pilger.

Prediger von auswärts: Bischöfe, Priester, Patres, Diakone, Schwestern, Laien,

Als Prediger für diese monatliche Feier sucht Pater Voith verschiedene Persönlichkeiten aus. Zum ersten Gottesdienst 2016 lud er den Weihbischof von Lemberg, Ukraine, Wolodymyr Hruza ein, einen Redemptoristen, der in Innsbruck studiert hatte. Es folgten Dekane und Pfarrer, Patres, Schwestern und Laien. „War Kardinal Christoph von Schönborn aus Wien schon da?“ frage ich. „Aber der Bischof von Eisenstadt, Ägidius Zsifkovics,“ antwortet Pater Voith. Bei ihm ist er Bischofsvikar und als solcher auch für die Priesteramtskandidaten der Diözese zuständig.

Als „Stadtwallfahrt zur Mutter von der Immerwährenden Hilfe“ wird diese Feier jeden Monat angekündigt. In den Gebeten und Fürbitten werden die verschiedenen Anliegen der Menschen genannt und haben hier Platz. Am Ende des Gottesdienstes ziehen die Gläubigen in Prozession mit brennenden Kerzen durch die Kirche – voraus die Ikone. Nach dem allgemeinen Segen dürfen die Christen nach vorne kommen und einzeln den Segen des Priesters empfangen. Dies sei sehr beliebt, sagt Pater Voith. Vor allem, wenn es ein Primizsegen ist, den Ivan Vukcevic jetzt erteilt. Niemand musste dafür ein Paar Schuhsohlen durchlaufen.

Der Beitrag erschien in den KLEMENSBLÄTTER - Ausgabe 4-2021-Nov./Dez. Sihe auch: "BRIEFE AN UNSERE FREUNDE".

Nächste Stadtwallfahrten: Samstag, 27. November, Montag, 27. Dezember, Donnerstag, 27. Jänner 2022, jew. 18:340 Uhr. Die Stadtwallfahrten werden auch im live-stream gesendet (YouTube): www.marienpfarre.at 

 


Von: plv