20.10.2021

St. Alfons in Leoben: Orthodoxes Fest der "Mutter von der Immerwährenden Hilfe"

Am 27. Juni feierte die orthodoxe Gemeinde in Leoben (Steiermark) ihr Patrozinium der "Mutter von der Immerwährenden Hilfe" - auch als ökumenische Begegnung. In der Alfons- bzw. Marienkirche finden regelmäßig orth. Gottesdienste statt. Zugleich stehen in der ehemaligen Klosterkirche der Redemptoristen auch zahlreiche katholische Gottesdienste, Andachten und Treffen am Programm. Karl Mlinar als Kustos ist - mit seinem Mitarbeiterstab (St. Klemens Hofbauer-Komitee, Sektion Leoben) - das Bindeglied dieser erfolgreichen ökumenischen Zusammenarbeit. Der nächste Höhepunkt: Sa. 31. August - Alfonsfest mit Festmesse und anschl. Gartenfest.


Statio am Hauptplatz von Leoben

Prozession durch die Altstadt

Bericht der Österr. KATHPRESS:
 

Graz, 30.06.2021 (KAP) Die frühere Klosterkirche St. Alfons der Redemptoristen in Leoben wurde 2014 an die Griechisch-orthodoxe Kirche übergeben. Seither hat sich die orthodoxe Kirchengemeinde gut in der Region etabliert und integriert. Öffentlich sichtbar wird dies etwa bei der jährlichen Stadtprozession anlässlich des Patroziniumsfestes der Kirche (27. Juni). Die Prozession konnte heuer wieder unter Beteiligung zahlreicher orthodoxer und katholischer Gläubiger durchgeführt werden, wie die Verantwortlichen am Mittwoch in einer Aussendung mitteilten.

Das Patroziniumsfest der Kirche ist immer ein besonderer Höhepunkt im Kirchenjahr. Nach der Liturgie, an der orthodoxe und katholische Gläubige teilnehmen, wird die Ikone "Maria, Mutter von der immerwährenden Hilfe" in einer feierlicher Prozession mit Blasmusik durch die Straßen der obersteirischen Stadt getragen. Vor der Pestsäule hält die Prozession an und es wird für Leoben und seine Bewohner gebetet. Heuer wurde die Feier von Erzpriester Sladjan Vasic, Pfarrer der orthodoxen Gemeinde, geleitet, der die Bevölkerung und die gesamte Region segnete.

Nach dem Weggang des letzten Redemptoristen im Jahr 2010 drohte die St. Alfons-Kirche in Leoben jedoch zu verwaisen. Der katholische Kustos der Kirche und Redemptoristen-Oblate Karl Mlinar suchte nach einer Möglichkeit, die Kirche als Zentrum geistlichen Lebens zu erhalten. Schließlich erfolgte am 9. November 2014 die Übergabe an die Orthodoxe Kirche. Zu den Feierlichkeiten war eigens der Ökumenische Patriarch Bartholomaios angereist.

Der für Österreich zuständige griechisch-orthodoxe Metropolit Arsenios (Kardamakis) sagte bereits damals zu, dass die Kirche künftig nicht nur neue Heimat für die orthodoxen Christen sein werde, sondern auch ein Raum lebendiger ökumenischer Begegnung. Zudem solle es ein bleibendes Zuhause für die katholischen Christen der Stadt und der Region sein, betonte der Metropolit.

Die Liturgiesprache der orthodoxen Christen in Leoben ist Deutsch mit Einschüben in Griechisch und Serbisch. Ein jährlicher ökumenischer Fixpunkt ist neben dem Patroziniumsfest auch die orthodoxe "Große Wasserweihe" im Jänner.


Von: plv