12.03.2026

P. Hans Schalk +

Am 26.02. verstarb unser Mitbruder und früherer Provinzial P. Dr. Hans Schalk.


P. Hans Schalk wurde am 6. Mai 1932 geboren und ist im Münchener Stadtteil Trudering aufgewachsen. Auf seine Kindheit wirkte prägend, dass seine Mutter verstarb, als er erst vier Jahre alt war. Später war sein Großwerden außerdem von den Beeinträchtigungen des Zweiten Weltkriegs geprägt. Dies war auch der Grund, warum er einen Teil seiner Schulzeit in Straubing, Niederbayern, verbrachte. Ab September 1945 besuchte er dann das Knabenseminar in Freising und das Obergymnasium am Domberg der altbayerischen Bischofsstadt. Dort wuchs in ihm die Entscheidung, bei den Redemptoristen einzutreten. Unsere Ordensgemeinschaft beeindruckte ihn vor allem durch ihre seelsorgliche Offenheit. Das Noviziat absolvierte er 1950/51 in Gars am Inn, ebenso sein Theologiestudium. Nach der Priesterweihe am 29. Juli 1956 studierte er in München Pädagogik und Psychologie und wurde 1962 mit einer Arbeit über „Die pädagogisch-seelsorgliche Beziehung zwischen Priester und Jugendlichen“ zum Dr. phil. promoviert.

Danach war er einige Jahre lang Direktor unseres Juvenats in Ingolstadt. Von 1967 bis 1971 war er Novizenmeister in Gars sowie Dozent für Katechetik an der Garser Ordenshochschule. Von 1973 bis 1994 wirkte er als Dozent und Stellvertretender Leiter am Garser Institut für Lehrerfortbildung und trug viel zu dessen Renommée bei. Parallel war er über viele Jahre als Spiritual für die Missionsschwestern vom Heiligsten Erlöser tätig. Schon als junger Ordensmann und Priester beschäftigte sich unser Mitbruder mit geistlicher Vertiefung und Erneuerung. Früh lernte er die Fokulare-Bewegung und deren Gründerin Chiara Lubich kennen. Die von ihr geprägte Spiritualität der Einheit inspirierte ihn seither ebenso wie ein später absolvierter Kurs in Meditation bei Karlfried Graf Dürckheim.

Von 1999 bis 2005 leitete P. Hans Schalk als Provinzial die Münchener Provinz der Redemptoristen. Nach dieser Zeit blieb er im Provinzialatshaus wohnen und wirkte besonders als Geistlicher Begleiter. Außerdem war er weiterhin in ein weitgespanntes Netzwerk von Ordensleuten und anderen geistlich-geistig interessierten Menschen eingebunden. Mit seiner Sanftmut, seiner Reflektiertheit und seiner spirituellen Kraft sprach er viele an. Was ihn innerlich prägte und woraus er lebte, das hat unser Verstorbener auch in vielen Zeitschriftenbeiträgen und einigen Büchern mitgeteilt, die einen großen Leserkreis fanden und jetzt sein Vermächtnis sind. Im September 2024 wurde P. Schalk aus Altersgründen zurück in unser Kloster Gars am Inn versetzt, was er bereitwillig annahm. Er verstarb innerlich gut vorbereitet an den Folgen eines Schlaganfalls.

P. Hans Schalk ist auf dem Klosterfriedhof in Gars bestattet.

Der Herr schenke ihm die Fülle und Freude der Erlösung!