28.05.2022

Krieg in der Ukraine - Bitte um Solidarität und Gebet für den Frieden

Mit dem 24. Februar hat Russland begonnen, die Ukraine militärisch zu überfallen. Pater Andriy Rak, Provinzial der Redemptoristen in der Ukraine, bat in einem Aufruf, die Redemptoristen in der Ukraine zu unterstützten.


Bilder der Zerstörung in der Ukraine (medien.de)

Provinzial P. Andriy Rak (Ukraine)

HILFE FÜR DIE UKRAINE:

Alle Klöster und BIldungseinrichtungen des Ordens in der Ukraine werden derzeit für die vielen Binnenflüchtlinge geöffnet. Besonders gebraucht werden Medikamente, Verbandsmaterialien und andere Hilfsmittel

Auch im Westen der Ukraine hat die russische Aggression mit Raketenangriffen begonnen. Derzeit gibt es - Gott sei Dank - noch keine Opfer bei den Redemptoristenpatres oder Missionsschwestern, die teilweise auch im Osten und im Norden der Ukraine tätig sind.

Sie können einen Spendenbeitrag an die Hilfsprojekte der Redemptoristen in der Ukraine überweisen: IBAN AT02 1200 0500 0127 6800 BKAUATWW (Provinzialat der Redemptoristen/Wien). 
 

GEBET UM DEN FRIEDEN IN DER UKRAINE

Gott, wie zerbrechlich unsere Sicherheiten sind, wie gefährdet unsere Ordnungen, das erleben wir in diesen Tagen.

Wer sieht uns - unsere Hilflosigkeit, unsere Angst? Fassungslos erleben wir, wie Machthaber die Freiheit und das Leben vieler Menschen gefährden, skrupellos über Leichen gehen. Wie am Rand Europas – in der Ukraine - Krieg herrscht, angezettelt von einem brutalen Diktator im Kreml.

Was geschieht als Nächstes? Welchen Informationen können wir trauen?

Was könnten wir tun, was helfen oder etwas bewegen würde? Sieh du die Not. Sieh unsere Angst.

A: Wie so viele suchen wir Zuflucht bei dir und Schutz, innere Ruhe und einen Grund für unsere Hoffnung. Wir bringen dir unsere Sorgen und Ängste. Wir bitten dich für die, die um ihr Leben fürchten, besonders für die Menschen in der Ukraine.

Wir bitten Dich für die Schwestern und unsere Mitbrüder dort und für die, die sich beharrlich für friedliche Lösungen einsetzen. Höre, Gott, was wir dir in der Stille sagen! (Stille)

Verleih uns Frieden Herr und Gott!

Es ist doch letztlich kein anderer da, der streiten könnte – für uns und für das Leben und für die Freiheit und gegen den Terror der Diktatoren. Du allein! Dir vertrauen wir unsere Bitten an.

Herr, unser Gott, erbarme Dich!

 

Brief von Pater Andriy Rak von letzter Woche (vor dem Überfall und Beginn des Krieges):

Liebe Freunde in Österreich!

Der zuletzt 2014 zwischen Russland und der Ukraine entfachte politische und militärische Konflikt dauert heute noch an.

Die Spannungen zwischen beiden Ländern haben eine längere Vorgeschichte. Immer wieder kam es in der Geschichte zum Erobern und Angliedern der Teile der Ukraine an das russische Imperium bzw. Russland. Die letzte gezwungene “Freundschaft” endete 1991 mit dem Zerfall der Sowjetunion.

Obschon benachbart, waren jedoch die Wege beider Länder über Jahrhunderte getrennt, es entwickelten sich zwei Sprachen und Kulturen – verwandt und doch unterschiedlich.

Die letzten Monate verschärft sich die Eskalation zwischen beiden Ländern. Am 30. Januar 2022 veröffentlichten die Friedensbefürworter der russischen Gesellschaft eine Erklärung gegen die in Russland regierende Kriegspartei, womit sie der Zivilcourage einer beträchtlichen Anzahl der russischen Bürger Ausdruck verliehen.

Wir wissen nicht, wie die angespannte Situation ausgeht. Wir hoffen nur und beten, dass Gott des Lebens und des Friedens die entfachte Spannung schlichtet.

Eine Ende 2021 in der Ukraine durchgeführte soziale Umfrage besagt, dass die Ukrainer zurzeit drei Institutionen am meisten vertrauen: Militär, Volontäre und Kirche.

Als Christen dürfen wir uns aus dem bestehenden Konflikt nicht heraushalten. Hl. Basilius der Große soll gesagt haben, hätten wir bereits vorher als Christen gehandelt, wäre der Konflikt nicht ausgebrochen.

Somit verlangt die Situation, uns den Konsequenzen zu stellen. Es soll uns stets die Beilegung des Konflikts sowie die Versöhnung am Herzen liegen.

Der Großerzbischof der UGKK Swjatoslaw Schewtschuk sagte neulich, dass wir erhoffen, mithilfe von Gebet, Dialog und internationaler Unterstützung, Hass zu stillen, Krieg zu verhindern und zu jeglichen Militärhandlungen als Lösungsversuchen von Problemen und Spannungen “Nein” zu sagen.

Als Redemptoristen sind wir im Norden und Osten der Ukraine wie auch auf der Halbinsel Krim seelsorglich tätig. In dieser Zeit, wo Menschen oft deprimiert und verzweifelt werden, bemühen wir uns, den Leuten vor Ort beizustehen, sie zu stützten und zu ermutigen. Der Herr zeige uns den Weg des Friedens und führe uns zu Versöhnung.

 

Mit Dank und im Gebet mit euch allen verbunden!

P. Andriy Rak, C.Ss.R., Provinzial


Der Beitrag erscheint in der Ausgabe 1-2022 der KLEMENSBLÄTTER


Von: plv