10.08.2022

"Die Kongregation neu denken": Erste Phase des 26. Generalkapitels

Vom 21. bis zum 31. März findet in Rom die erste Phase des 26. Generalkapitels unserer Ordensgemeinschaft statt. Für die Provinz Wien-München nehmen P. Provinzial Edmund Hipp und P. Martin Leitgöb teil.


Alle sechs Jahre stellt sich unsere redemptoristische Ordensgemeinschaft in einem Generalkapitel auf den Prüfstand und fasst zugleich Beschlüsse für die nähere Zukunft. Aufgabe eines Generalkapitels ist außerdem die Wahl einer neuen Generalleitung. Gerade hat unser 26. Generalkapitel begonnen. Wie bereits beim letzten Mal gestaltet sich die Versammlung in drei Phasen. Eine erste Phase findet auf kontinentaler Ebene statt. Eine zweite, sogenannnte "kanonische" Phase umfasst Vertreter der ganzen Kongregation. Danach findet noch einmal eine dritte Phase auf kontinentaler Ebene statt. Im Letzten geht es um einen breit angelegten Vorgang synodaler Art. Was für die Zukunft der Kongregation wichtig ist, soll in möglichst gründlicher und umfassender Form erarbeitet und beschlossen werden. Vom 21. bis zum 31. März findet in Rom die erste Phase für alle Provinzen und Vizeprovinzen des europäischen Kontinents statt. Teilnehmer aus unserer Provinz ist von Amtswegen P. Provinzial Edmund Hipp und als gewähltes Mitglied P. Martin Leitgöb.

Als Arbeitsgrundlage für diese erste Phase des Generalkapitels dient ein umfassendes Arbeitsdokument, das ebenfalls in einem breit angelegten Diskussionprozess entstanden ist und nun für die kanonische Phase revidiert wird. Das große Thema dieses Arbeitsdokuments lautet: "Die Kongregation neu denken" (englisch: "re-imaging the congregation"). Dabei geht es über die seit Jahren diskutierte Restrukturierung unserer Ordensgemeinschaft hinaus um eine adäquate Antwort auf die konkreten gesellschaftlichen und kirchlichen Herausforderungen. Sowohl P. General Michael Brehl wie auch der Europa-Koordinator Johannes Römelt gaben in den ersten Tagen ausführliche Berichte, die sich nicht bloß mit dem Status quo beschäftigten, sondern stark nach vorne gerichtet waren. Für Europa spielen die zurückgehenden Mitgliederzahlen ebenso eine Rolle wie die Frage, auf welche Weise wir unseren seelsorglichen und missioniarischen Auftrag in die Zukunft tragen.  Ebenso werden in der ersten Phase die Postulate (Beschlussvorlagen) für die kanonische Phase des Generalkapitels vorbereitet, und es kommt zu einem Ausloten möglicher Kandidaten für die Wahl des Generaloberen und der Generalräte. Die Wahl selbst findet dann ebensfalls erst während der kanonischen Phase im Herbst statt.

Die knapp über vierzig Teilnehmer der Versammlung haben sich in einem Exerzitien- und Tagungshaus der Ordensgemeinschaft der Passionisten nahe des Kolosseums in Rom versammelt. Neben den Sitzungen spielen naturgemäß die gemeinsamen Gottesdienste und der mitbrüderliche Austausch über die Sitzungen hinaus eine wichtige Rolle. Tagungssprachen sind Englisch und Italienisch. Einen starken Einfluss auf die Gespräche haben die aktuellen Kriegsereignisse in der Ukraine, auch aufgrund der Abwesenheit aller Mitglieder des Generalkapitels aus der ukrainischen Provinz. Am ersten Tag der Versammlung war P. Provinzial Andriy Rak aus Lemberg per Video zugeschaltet, um direkt über die aktuellen Ereignisse zu berichten. Ein intensiver Moment war die Teilnahme der Kapitulare an der Weihe Russlands und der Ukraine an das Unbefleckte Herz Mariens durch Papst Franziskus am 25. März.


Von: Martin Leitgöb