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7.12.2019

Gespräch mit Provinzial Pater Edmund Hipp

Ein Gespräch zu aktuellen Fragen. Wie geht es weiter: Pastorale Schwerpunkte und ein lebendiges Gemeinschaftsleben.


Pater Hipp beim Interview mit den KLEMENSBLÄTTER

Das Interview erschien in der Ausgabe 3-2019 der KLEMENSBLÄTTER (September-Okt.-Nov.2019)

KB: Lieber P. Hipp, du hast im Jänner das Amt des Provinzials der Provinz Wien-München übernommen. Die Provinz hat gegenwärtig 97 Mitglieder und Häuser in Süddeutschland, Österreich und in Dänemark. Was hat sich eigentlich geändert zu deiner Amtszeit von 2005-2015, wo du schon als Provinzial der Münchener Provinz wirktest?

P. Hipp: Die Provinz ist größer geworden, nicht nur was die Zahl der Mitbrüder anbelangt, auch und vor allem geographisch. Wir sind alle älter geworden, und das heißt auch, die Zahl derer, die die Provinz (durch ihre Arbeit) tragen können, ist begrenzt. Das hat zur Folge, dass Alternativen zum Beispiel für die Besetzung von Leitungsämtern oder anderen Provinzaufgaben eingeschränkt sind.

Um der Aufgabe des Provinzials nachzukommen, wie sie in Konstitution 126 beschrieben ist („Der Provinzial versehe sein Amt als Seelsorger, als beseelende und koordinierende Kraft aller Kommunitäten und Mitglieder seiner Provinz“), bin ich viel mehr unterwegs als früher. Ich kann sagen: Ich bin fast dauernd unterwegs.

 

KB: Haben sich die beiden Teile der Provinz Österreich und Süddeutschland schon zusammengefunden, oder gibt es da noch Nachholbedarf?

P. Hipp: Da gibt es schon noch einiges zu tun, denn wir denken noch zu sehr in unseren alten Provinzgrenzen Wien und München. Es gilt, das Bewusstsein zu stärken: Wir gehören zusammen und bilden eine Provinz. Das aber ist ein Prozess, der unterstützt werden muss, indem Möglichkeiten des gegenseitigen vertiefenden Kennenlernens geboten werden, zum Beispiel Provinztage.

 

KB: Was sind die größten Herausforderungen der Provinz Wien-München für die nächsten Jahre?

P. Hipp: Eine ständige Herausforderung begleitet uns: Die Versorgung unserer alten und kranken Mitbrüder muss sichergestellt sein. Darüber hinaus haben wir uns Gedanken zu machen, wie unser apostolisches Leben – beschrieben in unseren Konstitutionen – aussehen muss. Wir haben dafür zu sorgen, dass wir auch in Zukunft lebensfähige Kommunitäten haben, und  mit Blick auf unsere pastoralen Aufgaben ist zu fragen: Klammern wir uns zu sehr an lieb gewonnene Gegebenheiten oder haben wir noch die Kraft, neue pastorale Initiativen anzugehen.

Auch müssen wir darauf schauen, dass unsere finanziellen Grundlagen gesichert sind.

Weiterhin sehe ich als Herausforderung, unseren Ausbildungsweg für die Kandidaten, Novizen und Studenten in Zusammenarbeit mit anderen Provinzen weiter zu entwickeln.

 

KB: Braucht es in Zukunft mehr „Zentralklöster, wie z.B. Gars am Inn, oder sollen auch kleinere Kommunitäten, ganz abgesehen von pastoralen Arbeiten, bestehen bleiben; wie siehst du diese Entwicklung und diese Möglichkeiten?

P. Hipp: Als Provinz müssen wir mit dem Problem der rückläufigen Mitgliederzahlen einerseits und der Alterung der Gemeinschaft andererseits umgehen. Und da werden wir an einer Reduzierung unserer Niederlassungen nicht vorbeikommen. Erst jetzt haben wir das Kolleg Innsbruck aufgeben müssen, es wird sicher nicht das letzte sein. Die Frage: „wo haben wir als Redemptoristen Zukunft?“ wird zentral sein. Und dabei geht es nicht nur um pastorale Aufgaben, die mit einer unserer Niederlassungen verbunden sind, sondern es geht auch um die Sicherstellung eines lebendige Gemeinschaftslebens, denn dieses ist ein wesentlicher Bestandteil unserer Sendung, das  Evangelium zu verkünden.

 

KB: Die Redemptoristen sind seit dem Generalkapitel 2009 auf dem Weg einer Restrukturierung. Provinzen, Regionen und die Ausbildungsteile werden u.a. zusammengelegt. Wie siehst du die Entwicklung für Europa, auch im Hinblick auf nationale Schwerpunkte?

P. Hipp: Die Restrukturierung in unserer Kongregation wurde schon auf dem Generalkapitel 1979 angeregt und in späterer Zeit immer wieder bekräftigt. Das Generalkapitel von 1991 hat die Restrukturierung ausdrücklich befürwortet, um Provinzen zu helfen, die unter einem großen Personalschwund leiden und um eventuell neue pastorale Initiativen zu entwickeln, die einzelne Provinzen allein nicht durchführen können. Ob dabei eine Zusammenlegung von Provinzen hilfreich ist, wage ich zu bezweifeln. Was aber unumgänglich ist, das ist eine stärkere Zusammenarbeit zwischen den Provinzen als früher. Das hatte auch das Generalkapitel von 2009 im Blick, als es die Errichtung von Konferenzen beschloss.

 

KB: Wie siehst du die Zusammenarbeit des Ordens mit den Laien und anderen Gemeinschaften?

P. Hipp: Das sehe ich durchaus positiv. Ohne die Mitarbeit von Laien könnten wir beispielsweise ein so großes Haus wie Gars am Inn mit den verschiedensten Einrichtungen nicht mehr aufrechterhalten. Was die Zusammenarbeit mit anderen Gemeinschaften anbelangt, da sehe ich noch „Luft nach oben“.

 

 

 


Von: plv-