Diese Webseite nutzt Cookies

Wir verwenden Cookies, um Ihnen den bestmöglichen Service zu bieten. Durch die Nutzung der Website sind Sie mit unseren Datenschutzbestimmungen einverstanden.

Einige dieser Cookies sind technisch zwingend notwendig, um gewissen Funktionen der Webseite zu gewährleisten.

Darüber hinaus verwenden wir einige Cookies, die dazu dienen, Informationen über das Benutzerverhalten auf dieser Webseite zu gewinnen und unsere Webseite auf Basis dieser Informationen stetig zu verbessern.

17.07.2019

130 Jahre Marienkirche in Wien-Hernals - Feierlichkeiten im April und Mai

Vor 130 Jahren wurde in Wien-Hernals ein Redemptoristenkloster mit einer Kirche errichtet. Eigentlich sollte die Kirche Klemens Maria Hofbauer gewidmet werden. Doch Klemens war noch nicht heiliggesprochen. So wurde daraus eine Kirche zur "Mutter von der Immerwährenden Hilfe". Der Platz vor der Kirche aber wurde von der Stadt zum Clemens Hofbauer-Platz erhoben. Später - nach der Heiligsprechung von Klemens 1909 wurde eine eigene Klemenskapelle errichtet. Dafür erhielt die Kirche die "Hauptreliquie" des Wiener Stadtpatrons als besonderes Erbe übergeben.


Vor 130 Jahren (25. April 1889) wurde die Marienkirche geweiht.

Ein kurzer Einblick in die Entstehungsgeschichte der Kirche:

Die Umgebung der heutigen Marienkirche war eine Bannmeile: unbebautes Gebiet, schmutzige Ziegelteiche, dazwischen Äcker und Wiesen und richtige „Gstättn“. Hernals war noch nicht dem kaiserlichen Wien eingemeindet. Aus vielen Teilen der Monarchie strömen Menschen herbei, die in Wien als Handwerker, Arbeiter, Bauern ihr Glück versuchen. Der Lebensraum in Wien wird immer beengter, sodass auch die damaligen Vororte geradezu überschwemmt werden von arbeits- und  wohnungsuchenden Menschen. 1820 zählte Hernals 146 Häuser und 2.680 Einwohner; 1889 waren es bereits mehr als 75.000 Menschen, die hier lebten und oftmals um kärglichen Lohn arbeiteten und eine kinderreiche Familie zu ernähren hatten.

In diese Bannmeile wagte sich der Provinzial der Redemptoristen, P. Andreas Hamerle, um hier ein Kloster und eine Kirche zu errichten. Auch die Frage des Kaisers konnte ihn nicht abhalten: „Ja, trauen sich die Redemptoristen überhaupt dort hin?“ P. Hamerle, der geprägt war von der christlich-sozialen Arbeiterbewegung, erkannte, dass hier die verlassensten Seelen zu finden waren, denen die Ordensregel der Redemptoristen in allem den Vorrang gibt. Er empfand diese Situation in Hernals als Herausforderung und begann mit wenig Geld, aber  großem Gottvertrauen seine Pläne zu verwirklichen. An der Peripherie von Hernals erwarb er ein Grundstück von etwa 4.000 m2 um den Kaufpreis von 26.500 Gulden.

Am 1. März 1886 erfolgte der Kauf, und schon am 27. September wurde mit den Arbeiten am Kirchenbau begonnen; im Frühjahr 1887 folgte der Beginn des Klosterbaues. Anfang April 1889 waren Kirche und Kloster fertig. Patres und Brüder besiedelten das Kloster. Sechs Glocken wurden geweiht. Am 25. April 1889 war feierliche Kirchweihe durch Erzbischof Kardinal Cölestin Ganglbauer. 1893 wurde das „Vereinshaus“ mit dem Klemens-Hofbauer-Saal errichtet. 1937 wurde die Marienpfarre errichtet; die Redemptoristen betreuen diese Pfarre  - neben anderen Aufgaben. Derzeit zählt das Kolleg Hernals sechs Mitglieder. Vier Redemptoristenpatres und ein Ständiger Diakon, sowie ein Doktorant und Student aus Indien, der in der Kirche und Pfarre mitarbeitet.

 

Feierlichkeiten: Stadtwallfahrt am 27. April, 18:30 Uhr mit P Lorenz Voith; sowie Stadtwallfahrt am 27. Mai, 18:30 mit Provinzial P. Edmund Hipp.

 

Bomben, Zerstörung und Neubeginn

Der Klosterchronist schreibt: „22. März 1945 (Donnerstag) mittags — wieder Fliegeralarm und bald brausten schwere Wellen über uns hinweg und eine große Anzahl (meist leichterer) Bomben schlugen in die Häuser rings in unseren Nachbargassen ein. Viel Sach- und auch Personenschaden. Erstmals trat unsere Luftschutzrettungsstelle ausgiebig in Aktion. Über 20 Verletzte wurden eingeliefert und verbunden; drei davon starben und wurden im Gartenhäuschen am Tor hingelegt. Einige Bomben schlugen in den Clemens Hofbauer-Saal ein und legten ihn in Trümmer. Der mittlere Trakt stürzte ganz ein, der Bühnentrakt und der kleine Saal blieben wohl erhalten, aber ohne Dach und Fenster. Vom großen Saal her fielen Bomben auch bis in die Pförtnerinnenwohnung und in die Waschküche sowie in das ehemalige „Reichsbund-Stüberl“. Fast jede Einrichtung — auch die Bühne — wurde total zertrümmert. Dachbedeckung und Dachstuhl lagen auf den zerschlagenen Saalsitzen. Die Mauer wurde gegen den Garten  herein umgelegt. Die Mauer gegen die Sautergasse blieb bis über die Fensterspitze erhalten. Der gartenseitige Verandagang hatte standgehalten — Kirche und Haus hatten nur Fenster- und Türschäden.“

Nach drei Jahren — Anfang April 1948 — bringt die Chronik folgende Notiz: „Im bombardierten Saal wird eine neue Heimstätte für die Mädchen errichtet (9 m lang, 4,75 m breit); eine Holzbaracke ausgemauert, obwohl so klein, verursacht sie viel Plage und Mühe. Der ehemalige Saal soll Spielplatz für den Kindergarten werden, daher werden die Schutthaufen planiert,…“, der Klostergarten entstand neu.

 


Von: plv