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25.01.2020

Brief des Provinzials: Besinnlichen Advent und ein gesegnetes Weihnachtsfest!

Der Brief des Provinzials der Provinz Wien-München erschien in der aktuelles Ausgabe der KLEMENSBLÄTTER.


Weihnachten 2019

Besinnlicher Advent und gesegnete Weihnacht!

Nach der Grundordnung des Kirchenjahres hat die Adventszeit einen doppelten Cha­rakter: sie ist einerseits Vorbereitungszeit auf die weihnachtlichen Hochfeste mit ih­rem Gedächtnis des ersten Kommens des Gottessohnes zu den Menschen. Anderer­seits lenkt die Adventszeit zugleich durch dieses Gedenken die Herzen hin zur Er­wartung der zweiten Ankunft Christi am Ende der Zeiten. Unter beiden Gesichts­punkten ist die Adventszeit eine Zeit hingebender und freudiger Erwartung). Doch frage ich mich heutzutage immer mehr: Spüren wir eigentlich noch etwas von einer Vorbereitungszeit oder einer Zeit der Erwartung?

Eher ist Advent eine Zeit des verlockenden Geschenke-Kau­fens; Straßen und Plätze werden mit lichtergeschmückten Tan­nenbäumen ausgestattet: Lichtgirlanden über­spannen die Geschäftsstra­ßen, auf Schritt und Tritt begeg­net man einer Witzfigur, Weih­nachtsmann genannt, in den Kaufhäusern werden wir mit weih­nachtlichen Lie­dern berieselt, Vereine und Betriebe veranstal­ten schon Wochen vor Weihnachten so genannte Weih­nachtsfeiern mit Bescherung und feucht fröhlicher Stimmung. Man hebt die Gläser und stößt an auf das Fest des Tannen­baumes, auf das Fest der Liebe, der Familie, des Friedens. Dass dieses Fest ein Geburtstags­fest ist, und wer der ist, der Geburtstag hat, das ist bei vielen unserer Zeitgenossen schon längst nicht mehr im Blick.

Umso wichtiger ist es, dass wir als Christen uns darauf besinnen, wen wir erwarten. Eine mögliche Antwort gibt uns das Adventslied Nr. 221 im Gotteslob: Kündet allen in der Not; fasset Mut und habt Vertrauen. Bald wird kommen un­ser Gott; herrlich werdet ihr ihn schauen. Allen Menschen wird zuteil Gottes Heil

Den, den wir erwarten, ist unser Gott und er wird Not und Leid wenden, wird unsere Schuld lösen, will Frieden bringen. Dabei wird in diesem Lied jegliche Not der Men­schen angesprochen und mitbedacht: die Not der Trauernden, die Not der Kranken, der Alten, der Arbeitslosen, der Verarmten, der Obdachlosen, der Einsamen.

Auftrag der Redemptoristen

Auch die Not seelsorglicher Verlassenheit ist miteingeschlossen. Dieser seelsorglichen Not sollen wir Redemptoristen begegnen. So heißt es in unseren Konstitutionen: „Die Kongregation erfüllt ihren Auftrag, indem sie sich den pastoralen Notständen zu­wen­det und den verlassensten Menschen, besonders den Armen, das Evangelium ver­kündet.“ Damit wir diesem unserem Sendungsauftrag treu bleiben können, wird schon seit 1991 eine Neustrukturierung in unserer Kongregation vorangetrieben. Das bedeutet auch eine Neuordnung der Provinzen innerhalb der Kongregation.

Föderation in Westeuropa

Auf dem letzten Treffen der Provinziale und Provinzvertreter mit der Generalleitung in Cortona (Ita­lien) wurde vereinbart, dass die Provinzen Dublin, London, St. Clemens und Wien-München eine Föderation bilden werden mit dem Ziel, eine Provinz zu werden. Mit Föderation ist eine vertraglich festgelegte enge Zusammenarbeit zwischen den Pro­vinzen gemeint, wobei auch Entscheidungen gemeinsam getroffen, getragen und umgesetzt werden. Die einzelnen Provinzen behalten in der Föderation ihre Eigen­ständigkeit. Durch die Umstrukturierung hoffen wir, den zukünftigen pastoralen Her­ausforderungen gewachsen zu sein, um weiterhin die befreiende Botschaft, die über­reiche Erlösung durch Jesus Christus den Menschen künden zu können.

„Fasse Mut und habt Vertrauen“

Im Blick auf das Adventslied heißt Erlösung: „Fasse Mut und hab Vertrauen“! Gott hat dich nicht vergessen. Allen Menschen gilt sein Heil. Und Jesus sagt es dann selbst im Johannesevangelium: Ich bin gekommen, dass sie das Leben haben, und dass sie es in Fülle haben. (Joh 10,10) Die Botschaft an Weihnachten drückt es dann so aus: „Das wahre Licht, das jeden Menschen erleuchtet, kam in die Welt“ (Joh 1,9).

Das „wahre Licht“ ist der, der von sich sagt: „Ich bin das Licht der Welt, wer zu mir kommt, wird nicht im Finstern umherge­hen, sondern wird das Licht des Lebens ha­ben“ (Joh 8,12). Wir brauchen das Licht des Lebens. Denn die Welt ist finster. Das wird uns ja tagtäglich in den Medien vor Augen geführt. Wie viel Leid, wie viel Böses, wie viele Tragödien. - Und die Menschheit steht ohnmächtig davor. Es ist eben heute wie zu allen Zeiten: der Mensch kann aus eigener Kraft der Dunkelheit nicht Herr werden.

So erwarten und feiern wir an Weihnachten den, der der Welt Licht und Leben bringt: Jesus Christus. Und der Advent mahnt uns, als erwartungsvolle Menschen zu leben.

Ihnen allen wünsche ich eine besinnliche Adventszeit und ein gesegnetes Weihnachts­fest!

Pater Edmund Hipp, Provinzial

 

Auszug aus dem Brief: KLEMENSBLÄTTER Nr. 4/2019, Seite 14+15.


Von: plv-klemensblätter.at