20.09.2017

Der hl. Klemens Maria Hofbauer

Hl. Klemens Maria Hofbauer (1751 - 1820)
Hl. Klemens Maria Hofbauer (1751 - 1820)

"Nur Mut! Gott ist der Meister. Er lenkt alles zu seiner Ehre und zu unserem Besten und niemand kann ihm widerstehen. Alle Pläne der Menschen, und seien sie noch so gut ausgedacht, dienen nur dazu, seinen Willen zu erfüllen."

 




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Liturgische Behelfe zur Festfeier

Johannes - so der Taufname - Hofbauer wurde am 26. Dezember 1751 in Tasswitz bei Znaim (Südmähren) geboren. Sein Vater war Tscheche, seine Mutter Deutsche. Die Familie Hofbauer hatte eine kleine Landwirtschaft. Der frühe Wunsch des Johannes, Priester zu werden, schien aufgrund der finanziellen Situation seiner Familie zunächst nicht realisierbar. So erlernte er in Znaim das Bäckerhandwerk, um später im nahegelegenen Prämonstratenserstift Klosterbruck diesen Beruf auszuüben und nebenbei eine Gymnasialausbildung zu absolvieren.

In seiner Jugendzeit folgte Johannes Hofbauer wiederholt seinem geistlichem Drang, ein gottgeweihtes Leben zu führen. Mehrmals versuchte er sich als Einsiedler - nicht nur in seiner engeren Heimat, sondern einmal auch in der Nähe von Tivoli bei Rom. Seit damals nannte er sich Klemens. In die Ewige Stadt war der religiös begeisterte junge Mann im übrigen mehrmals aufgebrochen. Die Pilgerschaft sollte ein Prägemerkmal seines ganzen Lebens bilden.

1779 absolvierte Klemens einen katechetischen Kurs in Wien. Um sich seinen Lebensunterhalt zu verdienen, arbeitete er wieder als Bäcker. Mit Hilfe wohlmeinender Leute konnte er ein Jahr später an der Wiener Universität sein Theologiestudium beginnen, vermochte aber zur vorherrschenden kirchlichen Aufklärung keinen rechten Zugang finden. Eine geistliche Vaterfigur fand er hingegen in dem Exjesuiten Nikolaus von Dießbach, welcher ihm vermutlich auch das Schrifttum des heiligen Alfons Maria von Liguori bekannt machte.

Im Jahre 1784 lernte Klemens bei einem erneuten Aufenthalt in Rom die von Alfons gegründete Gemeinschaft der Redemptoristen persönlich kennen und bat mit seinem Freund Thaddäus Hübl kurzentschlossen um die Aufnahme. Am 19. März 1785 legten die beiden als erste nichtitalienische Redemptoristen ihre Gelübde ab, und bereits zehn Tage später wurden sie zu Priestern geweiht. Es war der Wunsch der Oberen, dass sie nach Norden zögen, um jenseits der Alpen zu wirken und die Gemeinschaft zu verbreiten. Man dachte zunächst an Österreich, doch war eine Niederlassung aufgrund des herrschenden Josephinismus nicht möglich.

Im Winter 1786 führte der Weg von Klemens Maria Hofbauer und Thaddäus Hübl nach Warschau. Hier wurde man gebeten, die Seelsorge an der Kirche St. Benno vornehmlich für die deutschsprachige Bevölkerung zu übernehmen. Rasch verbreitete sich der Ruf der Redemptoristen in der Stadt an der Weichsel. Es schlossen sich zahlreiche junge Leute an, und man entfaltete ein reges Wirken sowohl in der Verkündigungsarbeit wie auch in der Sozialpastoral.

St. Benno wurde zu einem Seelsorgszentrum. Mit feierlichen Gottesdiensten, Predigten in deutscher und polnischer Sprache, verschiedenen volkstümlichen Andachtsformen und nicht zuletzt dem intensiven Angebot des Bußsakraments versuchte man einen starken religiösen Impuls in der Großstadt zu setzen. Das gesamte seelsorgliche Angebot verstand man als "immerwährende Mission". Dazu gehörte auch die Schulung von Laien, um mit ihnen im apostolischen Dienst zusammenzuwirken. Im Sozialbereich führten die Redemptoristen in Warschau eine Armenschule mit bis zu 500 Plätzen. Später wurden ein Waisenhaus und eine Handarbeitsschule für Mädchen gegründet.

Von Warschau aus brach Klemens Maria Hofbauer, der seit 1788 der Stellvertreter des Generals der Redemptoristen für den Bereich nördlich der Alpen war, zu mehreren Gründungsreisen auf. Sein Weg führte ihn unter nicht geringen Strapazen in die Schweiz, nach Deutschland, Frankreich und Italien. Doch kamen nur wenige Niederlassungen zustande und auch diese hatten aufgrund der politischen und gesellschaftlichen Gegebenheiten nur kurzen Bestand.

In Warschau selbst wurde die große Tätigkeit im Jahre 1808 jäh beendet. Ein Befehl Napoleons führte zur Auflösung der Gemeinschaft der Redemptoristen. Ihre Mitglieder mussten die Stadt verlassen. Viele von ihnen sollten einander nicht mehr wieder sehen. Für die nächsten zwölf Jahre war es nicht mehr möglich, eine offizielle Niederlassung nördlich der Alpen zu gründen. Ein beachtliches Werk war ausgelöscht.

Klemens Maria Hofbauer ging wieder nach Wien. Zuerst wirkte er als Aushilfspriester an der italienischen Nationalkirche, der Minoritenkirche. Seit 1813 war er Seelsorger an der Kirche und im Konvent der Ursulinen. Dort versammelte er auch einige wenige Mitbrüder um sich.

Um den Seelsorger mit dem Herzen eines Vollblutmissionars scharten sich bald wieder suchende Menschen, vor allem Studenten, mit denen er sich oft in seiner kleinen Wohnung zu religiösen Abendzusammenkünften traf. Hofbauer fand aber auch Zugang zu den kulturellen und politischen Kreisen der Reichshauptstadt – so beispielsweise zum "Romantikerkreis" um Friedrich und Dorothea Schlegel. Vielen wurde er ein geistlicher Begleiter, vielen hat er den Weg in die Kirche geebnet. Unzählige Stunden verbrachte er im Beichtstuhl.

Als Seelsorger hatte Klemens Maria Hofbauer ganz gewiss ein äußerst gutes Gespür für die Nöte und Erfordernisse der Zeit. Immer wieder passte er sein Apostolat an die konkreten Gegebenheiten an. Ein von ihm oft genanntes Motto war: "Das Evangelium muss ganz neu gepredigt werden." In seiner natürlichen, einfachen Art zu reden zog er viele Gläubige an. Man nannte ihn einmal sogar einen neuen Abraham a Santa Clara. Es gelang ihm die Gebildeten und die Adeligen ebenso anzusprechen wie das einfache Volk.

Eine organisierte Sozialpastoral im Stil von St. Benno konnte in Wien nicht aufgebaut werden. Dennoch war es Klemens Maria Hofbauer auch in Wien wieder um die Armen zu tun. Oft ging er in die Vorstädte. Unter seinem breiten Mantel brachte er hilfsbedürftigen Leuten Lebensmittel und Kleider, die ihm selbst von Gönnern zugetragen wurden. Vielfach rief man ihn auch zu Kranken und Sterbenden. Rund 2000 Menschen soll er in Wien in die Ewigkeit begleitet haben.

Klemens Maria Hofbauer war in vieler Hinsicht ein Mann der Tat mit einem äußerst impulsiven Charakter. Diese Eigenschaft konnte sich mitunter auch als Jähzorn äußern. Er aber wusste um seine Schwächen. Mit einem Schuss Selbstironie gestand er einmal: "Ja, das ist leider mein Fehler. Aber ich danke Gott dafür. Dies erhält mich in der Demut und bewahrt mich vor dem Stolz. Hätte ich diesen Fehler nicht, wäre ich versucht, mir selbst die Hand zu küssen aus Respekt vor mir."

Aus heutiger Sicht kritisch zu betrachten ist manche kirchenpolitische Aktivität Klemens Maria Hofbauers. So gab er über den bedeutenden Theologen Johann Michael Sailer ein äußerst negatives Urteil ab, welches mitentscheidend war, dass diesem über lange Zeit das Bischofsamt verwehrt blieb. Das Verdikt lautete: Sailer sei nicht katholisch genug, er verwische die Grenzen zwischen den Konfessionen und lehre bloß ein inneres Christentum. Die Ursachen dieses Fehlurteils waren wohl vielfältig. Hofbauer kannte Sailer nicht gut genug, und er ist über ihn auch falsch informiert worden. Zudem hatten die beiden andere Ansatzpunkte in der kirchlichen Erneuerung, und schließlich waren sie in ihrem persönlichen Charakter sowie in ihrem gesellschaftlichen und kirchlichen Status grundverschieden.

Festzuhalten bleibt: Die Persönlichkeit von Klemens Maria Hofbauer entfaltet mit all ihren Ecken und Kanten ihre Lichtseiten wohl am stärksten im Blick auf seine Seelsorgstätigkeit. Zudem ist es sein Verdienst, die Gemeinschaft der Redemptoristen über Italien hinaus getragen zu haben, so dass anfanghaft der Weg zur Weltkongregation bereitet war. Kurz nach dem Tod Hofbauers wurden die Redemptoristen in Wien offiziell zugelassen. Während des 19. Jahrhundert sollten sie sich zügig über ganz Europa und nach Übersee verbreiten.

Klemens Maria Hofbauer starb am 15. März 1820. 1888 wurde er selig- und 1909 heiliggesprochen. Er wird als "Apostel von Warschau" und - seit 1914 - als Stadtpatron von Wien verehrt. Zudem ist er Patron der Bäcker. Seine Reliquien befinden sich in Wien, Maria am Gestade.

Hinweise:
Mehr über Klemens Maria Hofbauer finden Sie auf der Homepage, die anlässlich seines 250. Geburtstages präsentiert wurde:  http://www.cssr.at/klemens/index.htm
Zu den redemptoristischen Heiligen und Seligen erscheinen auch immer wieder Beiträge unter: http://oelzweige.blogspot.com