Freitag, 10.09.2010

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11. Juli 2010: 15. Sonntag im Jahreskreis (C)

Lesungen

Liturgie

Kontexte

Predigtgedanken von Martin Stewen: Stell dir vor, Nächstenliebe ist angesagt und alle tun's!?

Predigtgedanken von Peter Koch: Der Schlüssel zum ewigen Leben

Predigtgedanken von Max Angermann: Liebe - Ursehnsucht des Menschen

Predigtgedanken von Felix Schlösser: Dem Andern zum Nächsten werden

Predigtgedanken von Klemens Nodewald: Lebenselement Liebe


Kontexte


Gottes vollkommene Liebe widerspiegeln


Gott liebt uns. Seine Liebe zu uns ist unvergänglich. Halten wir an dieser Wahrheit fest, gewinnt unser Leben an Weite und Tiefe. Sind wir geliebt, erstreckt sich unser Leben weit über die Grenzen von Geburt und Tod hinaus. Zu geliebten Söhnen und Töchtern Gottes werden wir nicht nur bei unserer Geburt und hören bei unserem Tod auch nicht auf, es zu sein. Unser Geliebtsein währt ewig.

Ein Leben im Geist setzt voraus, dass wir an dieser vergänglichen, ewigen Liebe Gottes zu uns festhalten und unser eigene zeitliche Liebe, die wir Eltern, Brüdern und Schwersten, Lehrern, Freunden, unseren Ehegatten und allen, die Teil unseres Lebens sind, entgegenbringen, zum Widerschein dieser ewigen Liebe Gottes werden lassen. Weder Vater noch Mutter können ihren Kindern vollkommene Liebe schenken. Weder Ehemann noch Ehefrau können einander unbegrenzte Liebe schenken. Menschliche Liebe wird stets irgendwo gebrochen sein.

Wenn unsere gebrochene Liebe die einzige Liebe ist, dir wir schenken oder erwarten dürfen, könnten wir der Hoffnungslosigkeit verfallen. Leben wir aber unsere gebrochene Liebe als einen bedingten Abglanz von Gottes vollkommener, bedingungsloser Liebe, dann können wir einander unsere Grenzen vergeben und uns der Liebe erfreuen, die wir zugeben haben.


Henri Nouwen, Leben hier und jetzt; Herder Verlag, Freiburg1996.


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Wirklichkeit


Ich fühle mich wie im Märchenland.
Mein Leben ist verzaubert,
wenn ich an dich denke.
Die Welt leuchtet
in dem besondern Licht,
das du verbreitest.
Beinahe sehe ich einen Heiligenschein
um dich.

Meine Freunde lächeln über mich,
und dann frage ich mich,
was mit mir los ist.

Das bringt meine Wunderwelt ins Wanken,
und alles rückt wieder
an seinen richtigen Platz.
So sagen meine Freunde wenigstens
und meinen damit ihre Wirklichkeit.

Aber ich frage mich weiter,
was die Wirklichkeit ist.
Menschen, die aufgegeben haben,
die nicht mehr träumen und hoffen,
die nicht mehr an dein Paradies glauben,
die den Zauber im Täglichen nicht sehen,
wissen sie, was Wirklichkeit ist?

Vielleicht reden wir mehr von Wirklichkeit,
wenn wir den Mut
und die Sehnsucht verloren haben,
Liebe, Glaube und Hoffnung am Leben zu erhalten.


Andrea Schwarz in: Zum Beispiel: du. Gebete für junge Menschen; Leipzig, St. Benno Verlag, 2002.


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Behüte unsere Liebe


vor Lieblosigkeit und Egoismus
behüte sie vor Eifersucht
und Vertrauensbruch,
lass und darüber klar werden,
ob wir für immer
zusammenbleiben wollen,
sei du in unserer Mitte.


Guido Erbrich, Zum Beispiel: du. Gebete für junge Menschen; Leipzig, St. Benno Verlag, 2002.


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Liebe, die bleibt


Hoffnung und Glaube werden ein Ende haben, wenn wir sterben. Die Liebe aber wird bleiben. Liebe währt ewig. Liebe kommt von Gott und kehrt zu Gott zurück. Wenn wir sterben, werden wir alles verlieren, was das Leben uns gab, außer der Liebe. Die Liebe, in der wir unser Leben geführt haben, ist die Liebe Gottes in uns. Sie ist der göttliche, unzerstörbare Kern unseres Seins. Diese Liebe wird nicht nur fortdauern, sondern auch Früchte tragen von Geschlecht zu Geschlecht.
Stehen wir ander Schwelle unseres Todes, dann lasst und zu allen, die wir zurücklassen, sagen: "Seid nicht traurig! Die Liebe Gottes, die in meinem Herzen wohnt, wir zu euch kommen und euch Trost und Stärke sein."


Henri Nouwen, Leben hier und jetzt; Herder Verlag, Freiburg1996.


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Wie Du geliebt sein willst


Du liebst leidenschaftlich
kennst Zorn und Glut

Doch Du bist Liebe

Du liebst zärtlich
wie Mutterhände
Innig wie Liebende
Milde und nachsichtig

Du bist treu und vergibst
Du liebst weise und gültig
Du richtest auf

Leidenschaftlich willst Du
geliebt werden
geliebt sein
Aus ganzem Herzen
Aus ganzem Gemüt
Aus ganzer Kraft

Heilige lebten so
In allem spürten sie
Deinen Atem und
ließen sich auf in ein
Überfordert
mühen wir uns ab
an Deiner Welt


Theresia Hauser, Offen für den Augenblick. Schwabenverlag, Ostfildern 2002.


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Die Liebe führt mich zu den Dingen


Die Liebe führt mich
zu den Dingen,
und die Dinge
führen mich zu der Liebe.
Alle Trennung sind künstlich,
es gibt nur eine Verwandlung
zum Leben hin,
und die geschieht durch die Liebe.

Seit Jahrtausenden
sind wir nicht müde geworden,
neue Namen für den Zauber zu finden,
aber am Ende kehren wir doch zurück
zu dem Wort,
das uns Hoffnung macht
und in dem die Verwandlung
beheimatet ist.

Kannst du es mir glauben,
wenn ich noch einmal sage:
"Ich liebe dich."


Ulrich Schaffer, Liebendes Wahrnehmen. Ed. Schaffer im Kreuz Verlag, Stuttgart 1989.


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Der meine Tage füllt


Mein Herr und mein Gott,
du Schöpfer der Welt
und aller Dinge und Wesen,
groß bist du,
barmherzig und gütig.

Du hast mir meinen Platz zugewiesen,
du füllst meine Tage mit Leben
und meine Zeit mit Sinn.

Lass mich deine Herrlichkeit
immer wieder spüren
und Göttliches
in meinem Nächsten
und in allen Geschöpfen
des Himmels und der Erde
und des Wassers entdecken.

Dich lobe und preise ich,
dir gehört mein Dank
ein Leben lang.


Frank Greubel, In dieser Zeit Gebet; Würzburg, Vinzenz Druckerei.


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