Mittwoch, 8.09.2010

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7. März 2010: 3. Fastensonntag (C)

Lesungen

Liturgie

Kontexte

Predigtgedanken von Jörg Thiemann: Umkehr des Herzens

Predigtgedanken von Bernhard Rathmer: Eine dornige Angelegenheit

Predigtgedanken von Max Angermann: Ich bin der "Ich-bin-da"


Kontexte


Wasser


Aus dem Wasser kommt alles Leben,
auch was ich heute an Land
und in den Lüften tummelt.
In der Natur ständig sich ändernd
in Farbe und Gestalt
Felsen aushöhlend
und Steine abschleifend:
unbändige Kraft.
Trägt Leben in sich,
nährt Pflanze und Fisch
und was sonst noch sich in ihm regt.
Nach schweißtreibender Wanderung
schöpf ich davon,
brennenden Durst zu löschen
und labe ermüdete Füße
in dem kühlen erfrischenden Nass.
Wasser: Wohltat für alles, was lebt.
An heißen Tagen spring ich hinein,
darin zu schwimmen, zu tauchen.
Wasser ist unser wichtigstes Nahrungsmittel.
Wir brauchen es als Getränk,
zum Kochen und Backen.
Wasser brauchen wir zur Reinigung
des Körpers und der Wäsche.
Wasser - ein Sinnbild des Lebens,
köstliche Gabe Gottes für uns.
Doch seinen Wert lernen wir meistens erst schätzen,
wenn es uns fehlt.

Mit Wasser wurden wir getauft,
von aller Schuld gereinigt,
auf das neues Leben in uns gedeihe,
Leben mit Christus.
Mit Gottes Geist in der Taufe begabt,
auf das göttliches Leben in uns gedeihe.
Leben mit Christus, der sagt:
Ich bin die Auferstehung und das Leben.
Leben mit Christus - ewiges Leben.


Aus: Werner Eizinger, Wie Weihrauch steige mein Gebet vor dir auf, Meditative Gottesdienste mit Symbolen, Regensburg 2008.


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Früchte bringen


"Jeder Baum, der keine guten Früchte hervorbringt,
wird umgehauen und ins Feuer geworfen."
(Mt 17, 19; Mt 12, 33)

So haben es die Gärtner zurzeit Jesu getan,
denn vom Ertrag ihrer Bäume lebten sie.
Soll das nun auch für Menschen gelten?
Jesus denkt anders über den Menschen.
Zwar mahnt er uns zur Umkehr,
doch auch den Baum,
der schon jahrelang keine Früchte mehr bringt,
haut er nicht um.
Vielmehr meint er,
man müsse dem Boden gute Nahrung geben,
damit der Baum sie aufnehmen
und wieder Früchte bringen kann.
Das endgültige Urteil über den Menschen
steht allein Gott zu
am Ende unseres Lebens. (vgl. Lk 13, 6 - 9)

Auch mich hat Gott gepflanzt,
damit ich gute Früchte bringe.
Was ist aus mir geworden?
Was habe ich aus mir gemacht?
Bringe ich die Früchte,
die Gott von mir erwartet?
Ich kann die Botschaft und die Taten Jesu
täglich lesen und in der Kirche hören.
Welche Wirkung zeitigt das bei mir?
Irgendwann - ich kann den Tag nicht wissen -
Ist meine Frist zu Ende in meiner Todesstunde.
Nutze ich die Zeit, die mir gegeben ist?


Aus: Werner Eizinger, Wie Weihrauch steige mein Gebet vor dir auf, Meditative Gottesdienste mit Symbolen, Regensburg 2008.


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Früchte und Früchtchen


Viele Früchte sind in Gottes Obstkorb.
Und eines dieser Früchtchen, das bin ich.

Manche sind wie Stachelbeeren: herb und sauer,
andere zuckersüß wie griechische Rosinen.
Manche sind wie hochgewachsene Stangenbohnen,
andre rund und mollig wie ein Kürbis.
Manche sind geröstet, braun wie Kaffeebohnen,
andre sind vornehm bleich wie Blumenkohl.

Manche, die sind scharf wie Paprika und Curry,
andere sind zart, verhalten im Aroma.
Manche, die sind spritzig, saftig wie ein Pfirsich,
andere sind trockenes Dörrobst, extra dry.
Manche, die sind kernig, knackig so wie Nüsse,
andre muss man schälen unter Tränen wie die Zwiebeln.

Manche, das sind Alltagsfrüchte wie Kartoffeln,
andre wollen was Besondres sein: wie Mangos oder Kiwis.
Manche jucken dich und kitzeln wie die Hagebutten,
andre hinterlassen bitteren Nachgeschmack.
Manche, die sind giftig, trotz der schönen Farben.
Andre sind wie Medizin: sie tun einfach gut.

Manche Früchte hängen hoch, schwer zu erreichen,
andre, da muss man unten suchen und sich bücken.
Manche gibt' s, die brauchen lange, um zu reifen.
Andre sind frühreif - oder werden niemals reif.
Manche, die werden faul schon auf den Bäumen,
oder sie sind hohl von innen: taube Nüsse.

Manche gibt' s im Sonderangebot sehr billig,
und andre sind mit Geld nicht zu bezahlen.
Manche sind wie "Aufgesetzter", wie ein Rumtopf:
Nur genießbar unter Alkohol.
Manche haben eine harte, raue Schale.
Doch darunter einen weichen süßen Kern.

Manche, die sind wirklich ungenießbar:
ganz geschmacklos - oder muffig - oder faul.
Manche sind das Hauptgericht in unserm Leben,
andre eher Nachtisch: wie Kompott flambiert.
Jede Frucht schmeckt anders: Du und ich.

Viele Früchte sind in Gottes Obstkorb.
Und eines dieser Früchtchen, das bin ich.


Aus: Hermann Josef Coenen, Meine Jakobsleiter, Düsseldorf 1986.


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Kritik und Selbstkritik


Barbara Stöckl: Kardinal König hat einmal gesagt, die Kirche muss sich auch selbstkritisch hinterfragen, wie es zu diesen vielen Kommunikationsstörungen kommen kann. Gibt es diese Selbstkritik in der Kirche in ausreichendem Maße? Von außen gesehen hat man oft den Eindruck, dass kritische Töne überhört werden! Wie steht es in der Kirche mit der Selbstkritik?

Kardinal Schönborn: Ich wünschte mir, dass unsere gesellschaftlichen Einrichtungen so viel Selbstkritik aufbringen wie die Kirche. Das beginnt mit der Bibel. Es gibt kein selbstkritischeres Buch als die Bibel. Zeigen Sie mir eine Geschichte in der Weltliteratur, wo ein Volk sich so unbarmherzig und unerbittlich selbst kritisieren lässt wie das jüdische Volk im Alten Testament. Wenn Sie ein Handbuch des Antisemitismus schreiben wollen, dann brauchen Sie nur das Alte Testament hernehmen. Was die Propheten ihrem Volk da "hineingesagt" haben, was Gott seinem Volk alles an Kritik zugemutet hat, Halsstarrigkeit, Verbohrtheit wird ihnen vorgeworfen, und das steht alles in dieser Bibel drinnen. Es ist ungeheuerlich. Nehmen Sie das Neue Testament, geschrieben von den Aposteln und ihren Schülern, und wer kommt da am schlechtesten weg im Neuen Testament? Die Apostel, die das geschrieben haben. Das muss man sich einmal vorstellen! Wer traut sich so über sich selbst zu schreiben, wie die Evangelisten über Petrus schreiben? Petrus ist der erste dieses Vereins!

Selbstkritik hat Gott diesem Volk, seinem Volk von Anfang an verordnet, und deshalb glaube ich, gibt es keine bessere Schule der Selbstkritik als die Bibel. Wenn du von Gott ständig einen Spiegel vorgehalten bekommst: Ja, schau da hinein, und dann sagt Gott: "Und trotzdem mag ich euch. Ihr seid mir unendlich lieb, obwohl ihr unendlich unmöglich seid." Und deshalb ist auch der beste Weg der Selbstkritik für die Kirche immer gewesen, die Bibel zu lesen. Das hat die Kirche immer wieder getan, wenn sie sich erneuert hat: eine massive Welle an Selbstkritik. Franziskus beispielsweise hat die Kirche unbarmherzig kritisiert, aber er hat sie geliebt.


Aus: Christoph Schönborn, Barbara Stöckl, Wer braucht Gott, Barbara Stöckl im Gespräch mit Kardinal Christoph Schönborn, Salzburg 2007.


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Vergib uns unsere Schuld


Vergib uns Herr, unsere Schuld.
Verzeih, wenn wir andere mit den Händen schlagen,
statt zu helfen;
wenn wir mit Worten verletzen,
statt zu trösten;
wenn wir den Verstand anstrengen,
um den anderen zu ärgern,
wenn wir den anderen auslachen
und ihn dadurch entmutigen,
statt ihm Mut zu machen.
Herr, so werden wir schuldig vor dir
und den anderen.
Vergib uns unsere Schuld.


Aus: Gebete für das ganze Leben, Leipzig 2004.


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