Freitag, 30.07.2010

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14. Februar 2010: 6. Sonntag im Jahreskreis (C)

Lesungen

Liturgie

Kontexte

Predigtgedanken von Martin Güttner: Die Wurzeln nach Gott ausstrecken

Predigtgedanken von Josef Stöckl: Lachen können - ein Geschenk Gottes

Predigtgedanken von ÷ ÷ Gastautor: Die Blumen Valentins


Lachen können - ein Geschenk Gottes

Im Evangelium kommt heute der Satz vor: "Selig, die ihr jetzt weint, denn ihr werdet lachen." (Lk. 6,21b) Wenn Jesus schon für die Weinenden in Aussicht stellt, dass sie wieder lachen werden, dann gilt das doch erst recht, wenn wir nichts zum Weinen haben, sondern es uns gut geht. Dieser Evangeliumssatz bekräftigt, dass das Lachen zum Leben einfach dazu gehört.

Haben wir Christen was zum Lachen?

Es ist Fasching und Lachen ist das besondere Kennzeichen des Faschings. Lachen über sich selber, lachen über Politiker, lachen über verschiedene Ereignisse, lachen einfach aus dem Bauch heraus. Haben wir Christen auch etwas zum Lachen?

Es hat Zeiten gegeben, in denen man der Meinung war, für einen Christen gezieme es sich nicht, zu lachen, lustig und ausgelassen zu sein. Denken sie auch an Photographien vor 60 und 80 Jahren, da wäre es unschicklich gewesen, wenn da einer oder eine gelacht hätte. Alle haben gleich ernst dreigeschaut. Sogar die Kinder auf den Klassenphotos mussten ganz ernste Mienen aufsetzen. Es ist direkt zum Lachen, heute solche Bilder anzuschauen. Aber es war halt so, nicht nur in der Kirche. Man war der Meinung, das Lachen passt nicht so richtig zum Menschen, das entstellt ihn, das sei unter seiner Würde. Denn der Mensch hat eigentlich gar nichts zum Lachen.

Heute ist es fast das Gegenteil: beim Photographieren wird geradezu aufgefordert zum Lachen und wir müssen aufpassen, das es nicht bloß ein Grinsen und Keep smiling wird, das gekünstelt ist und das Gesicht ganz schön verzerren kann. Ich sage, Gott sei Dank, dass wir da heute übers Lachen anders denken können. Ein japanisches Sprichwort sagt: "Ein Tag ohne Lachen ist ein verlorener Tag". Ich möchte es auf die Spitze treiben und sage: eigentlich hat niemand so viel Grund zum Lachen als gerade wir Christen. Lachen - Ausdruck der Freude Lachen ist etwas anderes wie Freude. Freilich ist die Freude oft der Grund zum Lachen. Die Freude steckt in uns drin, das Lachen ist das, was herauskommt, der Ausdruck, der sich im Gesicht, in der Mimik, in der Stimme und im Klang ausdrückt. Bob Hobe wurde einmal gefragt, warum er immer lache? Seine Antwort war: "Weil ich mich nicht überanstrengen will; denn zu einem lachenden Gesicht brauche ich nur 13 Muskeln, während man für ein todernstes Gesicht 60 Muskeln braucht."

Lachen ist dem Menschen angeboren - schon Neugeborene, Frühgeburten können lächeln. Mit der Entwicklung des Verstandes, der Sprache, des Humors gewinnt das Lachen und Lächeln unübersehbar viele, sehr unterschiedliche Ausdrucksweisen: Es gibt strahlendes Lachen, schallendes Lachen, schüchternes Lachen, verbissenes Lachen, Kinderlachen, auslachen, anlachen, usw.

Erlösende Entspannung

Lachen steigert das Lebensgefühl, führt zu erlösender Entspannung, hat ansteckende Wirkung - verbindet Menschen miteinander. Bedenken wir die folgenden Weisheiten.
Christian Morgenstern sagt: "Lachen und Lächeln sind Tore und Pforten, durch die viel Gutes in den Menschen hineinhuschen kann."
Und Werner Fink sagt: "Wer lachen kann, wo er hätte heulen können, bekommt wieder Lebenslust."
Und hören wir genau hin. Ein altes orientalisches Sprichwort meint: "Wer nach allen Seiten lächelt, bekommt nichts als Falten ins Gesicht."
Unser Freund Don Bosco sagt: "Das Beste, was wir auf der Welt tun können, ist: Gutes tun, fröhlich sein und die Spatzen pfeifen lassen."

Warum sollten wir Christen nicht all das leben dürfen? Wir haben doch allen Grund, fröhlich zu sein; denn wir wissen, dass wir in besonderer Weise in Gott geborgen sind. Oft wird die Frage gestellt: warum erzählt uns die Hl. Schrift nie, dass Jesus auch einmal gelacht hat? Nirgends steht da etwas. Dass er geweint hat, das wird uns berichtet beim Anblick der Stadt Jerusalem, wie er an die Zukunft, an den Untergang dieser Stadt gedacht hat. Wir müssen wohl sagen, die Evangelisten haben es nicht für notwendig gefunden, dass zu berichten. Das war für sie selbstverständlich; denn Jesus war als Mensch geboren und Lachen gehört einfach zum Menschen dazu. Ich kann mir nicht vorstellen, dass Jesus bei der Hochzeit zu Kana nicht mitgelacht hätte bei all den frohen Darbietungen, wie sie in der damaligen Zeit üblich waren. Er hat sich sicher auch am Glück dieser jungen Menschen, die da einen Lebensbund eingegangen sind, gefreut und mitgelacht.

Lachen können - ein Geschenk Gottes

Trauen wir uns lachen und froh und lustig sein, wie es jedem gegeben ist. Gerade Menschen, die viel lachen und lustig sein können, sind ein echtes Geschenk füreinander. Sie tragen sehr viel dazu bei, das Leben zu bewältigen oder wenigsten erträglich zu machen.
Trauen wir uns auch in andere Rollen schlüpfen und sie spielen - für euch, Kinder: Kasperl, Clown, Räuber usw. - dann tun wir uns leichter, wieder mit der eigenen Rolle zufrieden zu sein.
Dr. M. Ranks sagt: "Lachen ist die Sonne der Seele. Ich hoffe, dass sie sich niemals so wichtig nehmen, dass sie vergessen, wie man lacht. Leicht und herzlich, denn in dem Augenblick, wie sie es nicht mehr können, sind sie fast gestorben."

Ich bedauere immer Menschen, die sagen: "Ich traue mich gar nicht richtig lachen und mich freuen, weil ich dann sicher bald wieder eins auf den Deckel bekomme." Nehmen wir beides auseinander: das eine ist Freude, die uns geschenkt wird. Und das andere gehört zu den Sorgen, die eben auch zum Leben dazu gehören, aber nie Strafen für die Freude und das Lachen ist. Wir alle kennen den Satz: "Da wird euch allen noch das Lachen vergehen!" Ich sage: "Gott sei Dank konnten wir vorher noch einmal richtig lachen, bevor solche Dinge kommen! Das macht?s leichter."

Es wird in diesen Tagen erzählt: Wie Gott die Welt erschaffen hat und ihm schon einiges gut gelungen ist, da hat er an einem Vormittag die Affen erschaffen. Gegen Mittag sind ihm die Fellchen ausgegangen. Da hat er trotzdem weiter gemacht und so ist der Mensch entstanden.

Ich bin schon sehr dankbar, dass ich kein Fell habe. Die Haut, die mich umgibt, ist mir besonders wertvoll. In einer guten Haut stecken, das ist sehr viel wert. So freue ich mich, wie Gott den Menschen erschaffen hat, nicht als Fehlkonstruktion sondern mit Leib und Seele.
Und ich bin überzeugt, wir Christen, die wir auf Gott den Vater, den Sohn und den Heiligen Geist getauft sind, sind da besonders gut dran.

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