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14. Februar 2010: 6. Sonntag im Jahreskreis (C)
Predigtgedanken von Martin Güttner: Die Wurzeln nach Gott ausstrecken
Predigtgedanken von Josef Stöckl: Lachen können - ein Geschenk Gottes
Die Blumen Valentins
Grüß Gott, ihr lieben Leute,
die ihr gekommen in die Kirche heute;
heut' gibt's bei der Predigt weniger zu denken,
denn ich möcht' zum Heiligen Valentins Gedenken,
einem jeden eine Blume schenken.
Es blühn die Blumen Valentins
noch nicht vor den Portalen Wiens,
Ein Heil'ger füllt der Floristen Kassen.
Ob die sich drum bekehren lassen?
Aber Blumen im Winter, die machen eine lange Reise,
was sich wiederum niederschlägt im hohen Preise,
da wär meine Kasse leer ganz schnell,
so schenk' ich die Blumen euch nur virtuell!
Rosen will ich einmal allen geben,
die ich gern hab' und die mir einfach machen das Pfarrassistentenleben.
Die Roten Rosen, das wisst ihr ganz genau,
sind reserviert für meine liebe Frau.
An ein paar von euch möchte ich Lilien schenken,
nämlich an die, die von sich selber denken,
sie seien so rein und weiß wie der Lilie Blüte,
kein Fluch, kein böser Gedanke - ach Gott behüte,
komme über ihre Lippen,
kein gegorenes Getränk würden sie in die Kehle kippen.
Sie weichen von der vollen Wahrheit
doch niemals auch nur um ein einzig Haar weit.
Sie würden ihren Kindern lernen Manieren,
die würden sich dann nicht wie die heutige Jugend aufführen.
Die Lilie mahne sie immer wieder:
"Schlag deinen inneren Schweinehund ordentlich nieder!"
Für die nächste Blume ich nur wenig sehe,
es ist nämlich die Kakte-e,
braucht wenig Boden und auch wenig Wasser,
dafür ist sie beim Stechen etwas krasser.
Sie hab ich für die Stacheligen mitgebracht,
die genau Bescheid wissen über des Wortes Macht,
mal hier, mal dort eine böse Bemerkung lassen fallen,
wenn sich die Gelegenheit ergibt, ausfahren ihre Krallen.
All denen, die dem Glück sind auf der Spur,
reich ich ein 4-blättriges Kleeblatt nur.
Und sollt sich dann ein Lottogewinn einstellen über die Jahre,
schreibt euch auf die Kontonummer von der Pfarre.
Euch zerfällt der Reichtum bald zu Staube
und wir brauchen das Geld für des Kirchturms neue Haube.
Allen, die gerne hinter Säulen sitzen und in Luken,
die - anstatt sich hervorzutun - gerne ducken,
die gerne zurückgezogen leben,
denen möchte ich ein Mauerblümchen geben.
Und denen, die im Wirtshaus lumpen,
täglich ein paar Humpen pumpen,
sich unterhalten über Themen, ganz die dumpfen,
wöchentlich einmal versumpfen,
denen überreich ich - nicht zu ihrem Ruhme,
eine kleine Sumpfdotterblume.
Und alle, die jetzt immer noch dreinblicken finster,
bekommen von mir einen wunderschönen, gelben Ginster,
der möge mit der Farbe, dieser grellen,
ihr Gemüt ein wenig erhellen.
Zum Schluss noch ein Tipp zum Valentinstag
für jeden Mann, der seine Frau recht mag:
Schenk' nie deiner Frau anstatt Rosen Gedichte,
sie revanchiert sich sonst mit einem Dosen-Gerichte!
Franz Kaltenbrunner
Pfarrassistent in Zell am Pettenfirst, OÖ.
pfarre.zell.pettenfirst@dioezese-linz.at
Copyright 2010 ÷ ÷ Gastautor
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