
Zahlreiche Redemptoristen feiern ihr Priester- oder Professjubiläum
In diesen Sommerwochen feiern zahlreiche Redemptoristen ein rundes Jubiläum. So auch mehrere Patres und Brüder in der Wiener Provinz der Redemptoristen.
In einer Zusammenstellung von P. Ferdinand Zahlner werden unsere Jubilare 2010 entsprechend erwähnt und gewürdigt.
Ein ausführlicher Bericht (mit Fotos) findet sich auch in den KLEMENSBLÄTTERN. Diese Zweimonatsschrift kann gratis bestellt werden: Klemensblätter, 1010 Wien, Salvatorgasse 12, klemensblaetter[at]cssr.at
50 Jahre Priester:
P. Franz Hofstätter
Als drittes Kind einer Arbeiterfamilie in Sierning 1931 geboren, trat er 1947 in das Juvenat (Borromäum in Salzburg, dann Ried im Innkreis) ein, wo er 1954 maturierte. Eintritt ins Noviziat in Mautern/Stmk. mit Profess 1955; anschließend ebendort Theologiestudium. Wie seine Jahrgangskollegen wurde P. Hofstätter dort am 17. Juli 1960 durch Diözesanbischof Schoiswohl zum Priester geweiht. Es folgte ein abwechslungs- und arbeitsreiches Leben im selbstlosen Einsatz für die jungen Menschen. Zunächst 1961 bis 62 als Präfekt in Katzelsdorf; sodann von 1962 bis 1969 Nachfolger von P. Fischer als Leiter des Zweigjuvenates in Ried. Unter der Zeit von P. Bliem auch Mitarbeiter in der Redaktion der Klemensblätter. Anfang 1970 übersiedelte der Jubilar nach Katzelsdorf als Internatsleiter in der Nachfolge von P. L. Wimmer und wirkte dort bis 1987 auch als Religionslehrer sowie zwei Triennien als Rektor des Kollegs (1981-87). 1979 Leiter des Tagesschulheimes in Katzelsdorf. Auf Provinzebene war er auch langjähriger Provinzkapitular, zeitweise Sekretär des Sekretariats für Erziehung und Berufswerbung sowie Vizepostulator in der Causa P. Janauschek. 1987 übernahm P. Hofstätter auch die Leitung des Klemenswerkes. Darüber hinaus war er gesuchter geistlicher Berater und viele Jahre Beichtvater mehrerer Schwesternkommunitäten in Wien, NÖ. und Bgld. Mit Sept. 1992 übernahm P. Hofstätter die Pfarre Katzelsdorf, wo er ein beim Volk beliebter Seelsorger wurde. In Anerkennung seiner pastoralen Verdienste wurde der geschätzte Pfarrseelsorger 1999 zum Konsistorialrat ernannt. Im August 2005 erfolgte ein feierlicher Abschied von Katzelsdorf und die Übersiedlung als neu ernannter Rektor des Kollegs Leoben, dessen Auflösung ihn mit Sept. 2008 neuerdings wandern ließ, diesmal zurück in seine oberösterreichische Heimat nach Maria Puchheim, wo am 1. August sein Goldenes Priesterjubiläum feierlich begangen werden wird.
P. Alois Kraxner
P. Kraxner kann in seinem Ordens- und Priesterleben auf ?bewegte Zeiten? mit reicher Aussaat und Ernte zurück blicken; und dies trotz mancherlei körperlicher Krankheiten, Belastungen durch ordensinterne Ämter sowie durch Übernahme diözesaner Agenda, persönlich als auch in kirchlichen Gremien. Vom bischöflichen Knabenseminar in Graz kommend trat der bescheidene aber begabte Maturant 1954 in Mautern ins Noviziat ein, studierte dort 1955 bis 1961mit bewundernswerter zäher Hingabe Philosophie und Theologie. Es folgte der Erwerb des Lizentiates in Innsbruck, wo ihn vor allem die theologische Sichtweise Karl Rahners beeindruckte. 1962/63 schloss sich das Studium der Moraltheologie an der Academia Alfonsiana in Rom an. Es war die Zeit des beginnenden Konzils. P. Kraxner arbeitete -begleitet von P. Häring- an seiner Dissertation über Joh. Bapt. Hirscher. Das konzentrierte Studium in Rom hatte eine Phase der Erschöpfung zur Folge, eine längere Erholung war daher notwendig. Er fand eine solche als Hausgeistlicher bei den Schulbrüdern in Wien und setzte sodann seine Studien in Rom fort.1966 bis 1969 war die montanistische Hochschule sein pastorales Betätigungsfeld, daneben hielt er auch Vorlesungen an der Ordenshochschule in Mautern, bis die Studenten 1969 nach Innsbruck übersiedelten. Die freudige Überraschung für die Provinz war seine erstmalige Wahl zum Provinzial der Wiener Provinz 1969; denn bis dahin waren die Obernernennungen von Rom aus erfolgt. Dieses verantwortungsschwere Amt lastete sechs Triennien -bis 1996- auf seinen Schultern! Andere kirchliche Aufgaben kamen dazu: 1976-85 Geistlicher Assistent der Katholischen Aktion Österreichs, 1981-90 Geistlicher Assistent der KA Wien sowie Geistlicher Assistent des Akademikerverbandes 1985-92. Außerdem Bischofsvikar für die Orden und Säkularinstitute von 1996 bis 2007! Umfangreich ist auch seine spirituelle literarische Aktivität bis in die Gegenwart. Seine vom Provinzialat herausgegebene Publikation 'Bewegte Zeiten' 2008 informiert als autobiographische Retrospektive über sein Leben und Werk.
P. Franz Zeilinger
Der aus Eggenburg stammende, nunmehr seit 2002 emeritierte Univ. Prof. für Neutestamentliche Bibelwissenschaft, war der erste Juvenist, der im August 1946 in das nach acht Jahren Zwangspause wiedereröffnete Juvenat und Gymnasium Katzelsdorf einzog. Wie damals üblich erfolgte nach der sechsten Gymnasialklasse der Eintritt in das Noviziat in Mautern mit Profess 1953. Der 1955 mit Auszeichnung abgelegten Reifeprüfung schloss sich das Theologiestudium in Mautern mit Priesterweihe am 17. Juli 1960 an. Obwohl Zeilingers Liebe auch der Musik gehörte, war er als Lektor für die Studenten in Mautern ausersehen. So widmete er sich dem Studium der Bibelwissenschaften in Wien, Graz (Promotion 1963) und Rom (Lizentiat 1964). Von Okt. 1965 bis 1968 unterrichtete P. Zeilinger als Lehrbeauftragter an der Phil.-theol. Lehranstalt der Redemptoristen in Mautern bis 1968 und wurde dann Vertragsassistent am Institut für Biblische Theologie an der Theol. Fakultät der Universität Graz. Nach außen hin folgte eine steile akademische Laufbahn mit belastenden Aufgaben, Erfolgen und Ehrungen, doch sein Herz gehört bis heute der Erschließung des Wortes Gottes für die Menschen.
1972 habilitierte er sich in Graz für Neutestamentliche Bibelwissenschaft mit einer Arbeit über den Kolosserbrief ?Der Erstgeborene der Schöpfung. Untersuchungen zur Formalstruktur und Theologie des Kolosserbriefes? (erschienen bei Herder 1974). 1973 wurde P. Zeiligner zum ao. Univ. Prof. am Institut für Biblische Theologie der Theol. Fakultät an der Univ. Graz ernannt, 1981 zum o. Univ. Prof.; gegen Jahresende trat er seinen Dienst als Institutsvorstand an. 1986 Dekan der. Theolog. Fakultät der Karl-Franzens-Universität Graz und 1990 Rektor derselben.
1994 Verleihung des Großen Goldenen Ehrenzeichens für Verdienste um die Republik Österreich, 1999 Verleihung des Österreichischen Ehrenkreuzes für Wissenschaft und Kunst I. Kl. sowie 2002 Überreichung des Großen Goldenen Ehrenzeichens des Landes Stmk. durch Landeshauptfrau Waltraud Klasnic. P. Zeilingers exegetische und sonstige Publikationen sind zahlreich. Auf eine sei stellvertretend für viele andere verwiesen: ?Zwischen Himmel und Erde. Ein Kommentar zur ?Bergpredigt? Matthäus 5-7. (Kohlhammer 2002).
Zusammen mit P. Kraxner feierte P. Zeilinger am 18. Juli in Maria am Gestade ihr Goldenes Priesterjubiläum.
40 Jahre Priester:
P. Franz Geiblinger
Als gelernter Wagner und Tischler kam P. Geiblinger in das Seminar für Spätberufene nach Eggenburg, von wo aus er durch fünf Jahre die Aufbauschule in Horn besuchte und 1963 in das Noviziat eintrat. Das Theologiestudium absolvierte er noch in Mautern, musste es jedoch an der Wiener Universität vollenden, da die Mauterner Studienanstalt 1968 aufgelöst worden war. Am 29. Juni 1970 empfing P. Geiblinger im Linzer Dom die Priesterweihe. In seiner Heimat Asten bei Linz hielt ihm P. Provinzial Kraxner die Primizpredigt. In seinem apostolischen Wirken hat sich P. Geiblinger vor allem in der Katholischen Glaubensinformation (KGI) engagiert. Mehrmals bekleidete er das Amt des Rektors: von 1977-81 in Maria am Gestade, sodann in Eggenburg bis 1985, wo er von 1981-85 zugleich als Magister die Novizen in das Ordensleben einführte. Anschließend war er als Aushilfskaplan in unserer damaligen Pfarre Jedlesee tätig, deren Provisur er 1988 übernahm. Von Hernals aus arbeitete er wieder in der KGI. Im gleichen Jahr wurde er Moderator von Dobermannsdorf bis 1990 und 1992 schließlich Moderator von Neu Guntramsdorf. Für seinen selbstlosen frohen Einsatz in der außerordentlichen und in der Pfarrseelsorge wurde ihm 2004 der Titel ?Geistlicher Rat? verliehen. Eine leibliche Schwester P. Geiblingers ist übrigens bei den Garser Missionsschwestern (Haus Sarepta in Wien) als Sr. Dorothea im Einsatz.
50 Jahre Profess:
P. Heribert Koger
Der gebürtige Oberpullendorfer war schon seit seiner Ministrantenzeit mit den Redemptoristen verbunden und wurde während seiner Studienzeit in Katzelsdorf und Ried durch wohltätige Frauen unterstützt; Fleiß, Begabung und ungarische Sprachkenntnisse brachte er selbst mit. Nach seiner Matura mit ausgezeichnetem Erfolg 1959 Eintritt ins Noviziat in Eggenburg mit Profess am 15. August 1960. Nach dem Theologiestudium in Mautern erhielt er in 1965 Puchheim die Priesterweihe. Sein weiterer Bildungsweg führte ihn 1966 nach Wien-Maria am Gestade, da er für den Lehrberuf in Katzelsdorf aus Englisch und Religion vorgesehen war. Nach seiner Lehramtsprüfung Übersiedlung nach Katzelsdorf, wo er seit Anfang 1972 mit vollem Einsatz seine Gegenstände unterrichtete; 1977 übernahm P. Koger die Redaktion der Klemensblätter und folgte mit Beginn des Schuljahres 1982/83 dem scheidenden OStR. Prof. Klecker in der Leitung des Gymnasiums nach. Mit gebotener Umsicht und konsequenter freundlicher Strenge sorgte er für Disziplin unter Kollegen und Schülern und profilierte das Image unserer Schule, deren Klassenzahl von Jahr zu Jahr stieg. Auch mancherlei schulische Innovationen wurden unter seiner Amtszeit durchgeführt. Außerdem war der Kunstliebhaber und Schriftsteller langjähriger Ökonom sowie Mitarbeiter und von 1977 bis 1987 Chefredakteur der Klemensblätter. 1995 wurde ihm die gebührende Ehrung durch Verleihung des Titels Hofrat zuteil. Doch zwei Jahre danach, am 25. Sept. 1997, erlitt er tragischerweise einen Schlaganfall, welcher einen jahrelangen Spitalsaufenthalt (Wiener Neustadt und Barmherzige Brüder in Wien) bzw. Rehabilitation und Krankenstand mit Rollstuhl zur Folge hatte. Seine schulischen Agenden wurden indessen vom prov. Schulleiter Prof. Peter Platzer weitergeführt. So übersiedelte P. Koger, mangels eines Aufzugs in Katzelsdorf gegen Jahresende 1998 nach Wien Maria am Gestade und trat mit 1. Jänner 2000 in den dauernden Ruhestand. Die Schulgemeinschaft veranstaltete im April 2000 anlässlich seines Übertritts in den Ruhestand ihm zu Ehren eine Dank- und Abschiedsfeier. In Anerkennung seiner Verdienste um das Gymnasium in Katzelsdorf wurde P. Koger vom Bundespräsident Dr. Klestil das Große Ehrenzeichen für Verdienste um die Republik Österreich verliehen, das ihm im Dezember 2001 durch Landeshauptmann Dr. Erwin Pröll in St. Pölten überreicht wurde. Auch wenn sich inzwischen die Situation von Haus und Gymnasium geändert hat, Katzelsdorf hat ihm viel zu verdanken! Die ungebrochene Aktivität seines Geistes hat er, was unsere Ordensgemeinschaft betrifft, weiterhin durch Arbeiten am PC (Übersetzungen englischsprachiger Texte für das Generalat) aufrecht erhalten. Anzumerken ist auch noch ein Dank an seine Schwester Hertha für ihre selbstlose, geduldige Hilfsbereitschaft für ihren Bruder. Sie wurde daher mit Recht 2005 zur Oblatin ernannt.
P. Anton Schmolmüller
Der mit aller Welt bekannte Jubilar stammt aus einer kinderreichen Familie in Rainbach bei Freistadt und kam schon als Neunjähriger anlässlich einer von Redemptoristen (P. Alfred Schedl u.a.) gehaltenen Mission auf den Gedanken, selbst einmal Missionsprediger zu werden. Nach den Gymnasialstudien in Ried, O.Ö. und in Katzelsdorf mit Reifeprüfung 1959 trat er ins Noviziat ein und legte gemeinsam mit P. Koger am 15. August 1960 die Profess ab. Es schlossen sich die theologischen Studien in Mautern mit der Priesterweihe 1965 in Puchheim an.
Missionare führen ein Wanderleben, wie P. Schmolmüllers Lebensstationen zeigen. Von 1966 bis 1968 wirkte er als Katechet in Innsbruck, danach zehn Jahre von Puchheim aus als gediegener VOEST - Seelsorger und Missionar. Einige Zeit hatte er auch die Leitung des Sekretariats für außerordentliche Seelsorge innerhalb der Provinz inne. 1978-1984 war P. Schmolmüller in Leoben stationiert als Missionar und Rektor des Kollegs; anschließend acht Jahre wiederum in Innsbruck als Missionar und Studentensozius, von wo aus er auch das von ihm begründete Ferienhaus Köfels betreute. Seit Februar 2002 wurde nun Wien-Hernals seine Bleibe, allerdings durch mehrere Spitalsaufenthalte unterbrochen. Obgleich von den Ärzten des öfteren nahezu schon aufgegeben, zeigte er ihnen mit Energie und Humor, dass sein Lebenswille doch stärker ist. Bekannt sind auch seine Ratschläge für ein gesundes Leben durch den Gebrauch diverser Heilkräutertees. Bei seinem 40jähriges Priesterjubiläum in Hernals im Sept. 2005 war sogar der damalige polnische Provinzial P. Zdzislaw Klafka sein Festprediger. Als P. Schmolmüller 2005 seinen 70. Geburtstag feierlich beging, waren 200 Gäste angesagt. Dies zeigt seine weit verzweigten Verbindungen als beliebter ?Anton von Tirol?. Humorvolle Originale sind gefragt!
40 Jahre Profess:
P. Rajmund Dorawa
Der begabte gebürtige Pole (Profess 15. 08. 1970, Studium in Torun) befindet sich seit September 2009 in der kanadischen Provinz Edmonton-Toronto, wo er schon früher in diversen Stationen als Mitglied der Warschauer Provinz gearbeitet hatte. Während seiner Studien in Rom (1996-2001) erwarb er das 1998 Lizentiat und wurde 2004 an der Acsademia Alfonsiana promoviert. Seit Anfang 2000 gehört er der Wiener Provinz an; ab 2004 war er in Kopenhagen und Odense/Dänemark im pastoralem Einsatz (vor allem für die polnischen Immigranten). Seit September 2009 wirkt er als Pfarrseelsorger in der Redemptoristenpfarre in Toronto.
25 Jahre Profess:
Br. Josef Müllner
Br. Josef legte am 29. Sept. 1985 in Eggenburg seine Profess ab. Der gelernte tüchtige Koch darf auf ein bewegtes, abwechslungsreiches, aber auch arbeitsreiches Ordensleben zurückblicken. Vor seiner Kandidatur und vor dem Eintritt ins Noviziat war Br. Josef schon in verschiedenen Bereichen als Koch eingesetzt (u. a. auch im Restaurant am Wiener Donauturm). Seine Stationen als begehrter Koch waren zunächst Oberpullendorf von 1985 bis 1996, anschließend in Wien-Hernals bis 2002; von Sept. 2002 bis heute ist Br. Josef in Wien, Maria am Gestade, nicht nur als Koch, Einkäufer und Ökonom, sondern darüber hinaus als vielseitiger, geschickter Helfer bei den häufigen, teils schweren Umräumarbeiten, unter anderem in Zusammenhang mit dem Umbau im Hause eingesetzt. Jahrelang war er auch im Provinzkapitel als gewählter Vertreter der Brüder sowie beauftragter Verantwortlicher für die Brüder der Wiener Provinz.
Ein provinzbekanntes Markenzeichen der Interessen von Br. Josef ist seine unleugbare grün-weiße Fußball-Leidenschaft. Seine diesbezügliche Liebe gehört fraglos dem Sportklub 'Rapid Wien'; er lebt und stirbt gleichsam mit dessen Siegen und Niederlagen.
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