28.05.2017

Zum Welttag der Poesie: Text von Pater Alfons Jestl

Ein noch unveröffentlicher Text von P. Alfons Jestl, Provinzial der Provinz Wien-München.


P. Alfons Jestl mit einem seiner Bücher

 

In der web-site der Ordensgemeinschaften Österrechs www.ordensgemeinschaften.a erschien nachfolgender Text zum Weltag der Poesie (21. März).

Im Jahr 2000 wurde der 21. März von der UNESCO zum Welttag der Poesie ausgerufen. Er soll an die Vielfalt des Kulturguts Sprache und an die Bedeutung mündlicher Traditionen erinnern. P. Alfons Jestl, Provinzial der Provinz der Redemptoristen Wien-München stellt dazu heute ein noch unveröffentlichtes Gedicht vor:

 

 

Ikonenfrau

 

rot-golden-braun-
grün-blau

die ikonen-frau

erdet im himmel

 

der herunter-ge-
zogene gott im elend

 

 

Auch zur Rolle und Bedeutung von Lyrik hat sich P. Alfons Jestl Gedanken gemacht, er schreibt:

 

Lyrik hinterkriecht das Leben und nimmt den Autor in die Pflicht
nicht vordergründig vorbeizuschlängeln mit Worthülsen
formulierter Anbiederung an politischer religiöser
gesellschaftlicher moralisierter Aufgussgegenwart.

Lyrik befreit Eva und Adam von Feigenblättern
paradiesischer Schmierereien
und erlöst den Autor davor den Lesern
den Feuerschwertengel verschweigen zu müssen.

Lyrik entfettet von aromatisierten Denkdüften
abgebrannter Transparentöle und erspart dem Autor nicht
sich in Dornenhecken des Prophetischen zu verwunden.

 

 

 

 


Von: plv