23.04.2017

Adventlicher Brief des Generaloberen: Rückblick auf das Generalkapitel

P. Michael Brehl, der Generalobere der Redemptoristen, schreibt einen adventlichen Brief an die Mitbrüder, Schwestern, Laienmitarbeiter und Freunde des Ordens.

Lesen Sie!


Wappen der Redemptoristen

P. Michael Brehl CSsR

Liebe Mitbrüder, Schwestern, Laienmitarbeiter und Freunde,

 

Zum Hochfest der Unbefleckten Empfängnis unserer Patronin Maria sende ich viele Grüße aus Rom. Am 24. November endeten mit dem feierlichen Abschlussgottesdienst der Kanonischen Phase des XXV. Generalkapitels in Pattaya, Thailand, vier Wochen voller intensiver Gebete, Einsichten und Entscheidungsfindungen, die im Geiste brüderlicher Solidarität von den Kapitularen, der gesamten Kongregation und der Redemptoristenfamilie gemeinsam erlebt wurden.

Dieser Gemeinschaftsgeist der Kapitelteilnehmer wurde durch zweimal täglich stattfindende, gemeinsame Gebete, durch die bedeutungsvolle Eucharistie und weitere Liturgien gestärkt.  Auch durch das Sitzarrangement in der Konferenzaula sowie das Arbeiten in kleinen Gruppen wurden die Delegierten zur regen Teilnahme angeregt.

 

Dank täglich aktualisierter News, ‘Live-Streamings’ und der Kommunikation mit den teilnehmenden Abgesandten Ihrer eigenen Unit, konnten vielen von Ihnen das Kapitel besser als je zuvor verfolgen. Durch Ihre Gebete, Ihre Botschaften und Ihr Interesse haben Sie uns in Pattaya spürbar unterstützt. Vielen Dank, dass Sie am Prozess des Kapitels teilgenommen haben.

 

Die neugewählte Generalleitung wird sich Mitte Januar in Rom versammeln, um ihren Dienst für die Kongregation aufzunehmen. Zu diesem Zeitpunkt werden wir die Dokumente der Kanonischen Phase, inklusive der Botschaft, der Entscheidungen und anderen Orientierungen, bereitstellen und veröffentlichen. Hiervon sind Ihnen bereits viele auf inoffiziellem Wege zugetragen worden und während wir uns auf die Dritte Phase des Generalkapitels vorbereiten, das in den Konferenzen zwischen Mai und Oktober 2017  stattfinden wird, möchten wir Sie dazu animieren, diese zu lesen, zu studieren und zu diskutieren.

 

Zu den wichtigsten Beschlüssen des Generalkapitels gehörten die Entscheidungen zur Fortsetzung des Neustrukturierungsprozesses der Ordensgemeinschaft, mit all seinen Folgen und Auswirkungen, sowie die Fortführung der Konferenzen als Instrument dieser Neustrukturierung. Auslöser dieser Entscheidungen war unser Engagement zur Erneuerung der Mission und Auffrischung unseres apostolischen Lebens, indem wir die weltweiten solidarischen Beziehungen stärken und achtsam den Schreien unserer verwundeten Welt lauschen.

 

Durch das Kapitel wurde eine beträchtliche Anzahl an Beschlüssen verabschiedet –beinahe 60 Stück insgesamt - die viele Bereiche unserer Vita apostolica berühren, inklusive Missionsarbeit, apostolisches Gemeinschaftsleben, Grundausbildung sowie Fort- und Weiterbildung, Brüder und Laienmitarbeiter, Leitung und wirtschaftliche Angelegenheiten. Zur Umsetzung derselben wird die Generalleitung in der Dritten Phase des Generalkapitels einen Plan mit Rahmenbedingungen präsentieren und zur Verfügung stellen. Wichtig ist es, sich daran zu erinnern, dass die Vorbereitungen, Anliegen und Vorschläge aller lokalen Kongregationsgemeinschaften von den Kapitularen sehr ernst genommen und in die Arbeitsunterlagen integriert wurden. Diese Entscheidungen entstanden durch Ihre Vorbereitungen! Lassen Sie uns gemeinsam daran arbeiten, sie klug und umsichtig durchzuführen.

 

Höhepunkte der Kanonischen Phase des Generalkapitels beinhalten die von Kardinal Tagle geführten Einkehrtage, die Teilnahme und Präsentationen der fünf Laienvertreter, die Anwesenheit und Beiträge von sieben Brüdern und die reichhaltigen Diskussionen, die sich aus den gut-vorbereiteten Arbeitsunterlagen ergaben. Diese Erfahrungen beeinflussten die getroffenen Entscheidungen in hohem Maße. Wir müssen den Prozess des Dialoges und der Partnerschaft fortführen.

 

Die Kanonische Phase des Generalkapitels im geistlichen Zentrum der Redemptoristen in Pattaya zu feiern war zudem ein großer Segen für uns. Für viele Teilnehmer war es die erste Begegnung mit Asien. Jeden Tag beschäftigten wir uns mit den Frauen und Männern, Kindern und Jugendlichen, die Teil dieser einzigartigen Gemeinschaft sind und einander offen und respektvoll dienen. Starken Einfluss auf die Diskussionen über die Welt in der wir leben und in die wir gesandt wurden, hatten die täglichen Begegnungen mit jungen und behinderten Menschen, mit den Verlassenen und mit denjenigen, die sich um sie kümmern. Sehr dankbar sind wir der Provinz von Thailand für diese außergewöhnlich willkommene Aufnahme und Gelegenheit, die sie uns bot.

 

Wie Sie sich vorstellen können, bedeutet das Generalkapitel harte Arbeit! Es gab Momente der Anspannung, konfliktreich, voller Missverständnisse und Anstrengungen zu bewältigen. Doch waren es wahrscheinlich genau diese Momente, in denen wir die Macht und die Gnade des Heiligen Geistes, der uns durch diese Wochen leitete, am meisten zu spüren bekamen. Wir versammelten uns im Namen Jesu, des Erlösers und wir wussten, dass wir durch Maria, unserer Mutter von der immerwährenden Hilfe, sowie von Alfons, unserem Gründer, begleitet würden. Mögen sie uns weiterhin begleiten in unserer Berufung als Zeugen des Erlösers: In Solidarität für die Mission an einer verwundeten Welt!

 

In der Adventszeit erwarten wir gemeinsam mit der Jungfrau Maria, zusammen mit der gesamten Kirche, voll freudiger Hoffnung die Ankunft unseres Erlösers, Gott-mit-uns.

Friede, Freude und Hoffnung wünsche ich Ihnen zu Weihnachten und immerzu,

P. Michael Brehl, Generaloberer

 


Von: plv