22.04.2017

Papst Franziskus würdigt große Leistung von P. Bernhard Häring

Der Redemptorist und Moraltheologe P. Bernhard Häring (1912-1998) wurde von Papst Franziskus für seine Erneuerung der Moraltheologie gewürdigt.


P. Bernhard Häring kurz vor seinem Tod im Klostergarten in Gars am Inn

Bücher in mehreren Sprachen über Bernhard Häring

Bernhard Häring auf dem Weg zu einer Sitzung beim II. Vatikanischen Konzil

Cover des Buches über Bernhard Häring

In einem vor wenigen Tagen veröffentlichen Interviews beim Generalkapitel der Jesuiten (Nov. 2016) würdigte Papst Franziskus ausdrücklich die große Leistung von Pater Häring: Der Papst wörtlich:  „Ich glaube, Bernhard Häring war der erste, der einen neuen Weg gesucht hat, um die Moraltheologie neu aufblühen zu lassen“. Der deutsche Moraltheologe Häring ist Autor der Standardwerke „Das Gesetz Christi“ und „Frei in Christus“, war kurz vor seinem Tod 1998 Gegenstand von Lehrbeanstandungs-Verfahren durch die Glaubenskongregation. Sie wurde damals von Kardinal Joseph Ratzinger geleitet, dem späteren Papst Benedikt XVI. P. Bernhard Häring ist in Gars am Inn begraben. (Radio Vatican).

Vor wenigen Jahren wurde in der Accademia Alfonsiana (Rom) ein eigener "Bernhard Häring - Saal"eröffnet. Häring gehörte zu den einflussreichen Beratern beim 2. Vatikanischen Konzil (1962-1965).

2015 erschien in der redemptoristischen Buchreihe bei TYROLIA ein Büchlein  über P. Häring (Bernhard Häring: Kirche im Zeichen der Barmherzigkeit) welches im Buchhandel erhältlich ist. Autor: P. Martin Leitgöb.

 

Einige weitere Informationen:

Bernhard Häring wirkte 1951 bis 1987 als Professor für Moraltheologie an der Theologischen Hochschule der Redemptoristen Accademia Alfonsiana in Rom. Als Gastprofessor lehrte er an der Yale Universität in New Haven (Connecticut) und am Union Theological Seminary in the City of New York. Auf dem Zweiten Vatikanischen Konzil war er theologischer Berater und arbeitete an der Pastoral-Konstitution Gaudium et spes mit. Häring hat eine biblisch orientierte, personale Moral-Theologie begründet und die weitere Entwicklung dieser Disziplin - vor allem außerhalb Europas  -maßgeblich beeinflusst.

Ökumenisches Gespräch und Dialog mit der modernen, pluralistischen Kultur prägten zunehmend seine Arbeit.

Häring verfasste zahlreiche Werke zur Moraltheologie und zu Zeitfragen. Vor allem durch seine zwei Standardwerke der Moraltheologie Das Gesetz Christi (1954) und Frei in Christus (1979-1981) wurde er weltweit bekannt. Die Bibliothek der Redemptoristen in Gars am Inn, wohin Häring 1988 mit einem Großteil seiner Schriften übersiedelte, hat insgesamt etwa 430 verschiedene Ausgaben seiner Werke in 17 Sprachen nachgewiesen.

In seinen letzten Lebensjahren hatte er - neben seiner Kehlkopfkrebserkrankung - mit Lehrbeanstandungsverfahren durch die Glaubenskongregation in Rom zu kämpfen. Das Verfahren wurde letztlich eingestellt. Bernhard Häring publizierte in seinem letzten Lebensjahrzehnt viele Schriften mit aktuellen Problemen und Herausforderungen der Kirche und forderte eine neue Offenheit in Strukturfragen, sowie in der Moraltheologie, sowie die Bedeutung der Kirchen der 3. Und 4. Welt.

P. Häring starb am 3. Juli 1998, wenige Tage nach einem Gehirnschlag im Krankenhaus Haag (Kreis Mühldorf am Inn). Sein Grab befindet sich auf dem Garser Klosterfriedhof der Redemptoristen.

 

 


Von: plv